Diesen Spruch hat mein Opa geschrieben, irgendwann während oder nach seiner Flucht aus Ost- preussen. Und mindestens so schlecht geht es auch den Flüchtlingen, die heute zu uns kommen. Wenn man sowas liest, wie kann man dann ernsthaft gegen diese auch noch hetzen, sie beschimpfen und sogar angreifen? Für soviel Unmenschlichkeit fehlt mir jedes Verständnis!

Blogger für Flüchtlinge

Noch vor ganz kurzer Zeit habe ich gesagt, dass hier kein Platz für politische Themen ist. . Nun, ich sehe es jetzt anders, nur abwarten und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet, hilft nicht mehr. Die Aktion #BloggerFuerFluechtlinge ist deswegen ein willkommener Anlass für mich.

Meine mediale Reichweite ist noch nicht sehr groß, aber ich habe eine. Und in meinen Augen ist es meine Pflicht und ein absolutes persönliches Anliegen, diese auch zu nutzen. Wenn ich auch nur ein paar Menschen erreichen kann: besser als niemanden.

 

Wenn ich im Moment die Nachrichten aus unserem Land verfolge, bekomme ich das kalte Grausen. Häuser werden angezündet, Menschen, die klar Stellung gegen rechts beziehen, werden massiv bedroht, so dass sie sogar öffentliche Aktivitäten einstellen. Flüchtlinge, die gerade alles verloren und ganz sicher Dinge gesehen haben, die ich niemals erleben möchte, werden aufs Übelste beschimpft und ihnen schlägt ein nicht nachzuvollziehender Hass entgegen. Von „besorgten Bürgern“, von Menschen, die Sätze beginnen mit „Ich bin ja kein Nazi, aber...“ oder von Personen, die freie Meinungsäußerung massiv mit Hetze und Gewaltandrohung verwechseln.

Ich will kein solcher Bürger sein, auch wenn ich ebenfalls besorgt bin. Allerdings aus eben genannten Gründen, nicht aus Angst vor Überfremdung. Was nebenbei ein ebenso dämliches Wort ist, ohne innovative, sprich fremde Einflüsse kann sich kein Land weiterentwickeln.

Ich möchte in einem Land leben, in dem Hilfsbereitschaft, Toleranz und Offenheit gegenüber Fremdem großgeschrieben wird. Ich würde niemals sagen „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“, weil sich „Stolz“ auf Leistungen bezieht, nicht auf reinen Geburtszufall. Aber ich möchte wieder sagen können: „Ich mag mein Land, die Menschen, die Mentalität und die Sprache“. Im Moment kann ich das nicht.

Ich möchte nicht, dass mein Sohn mich irgendwann fragt, ob wir nichts gewusst haben. Warum wir nichts gegen den rechten Terror getan haben und warum wir hilfesuchende Menschen nicht unterstützt haben.

In den Reihen meiner eigenen Vorfahren gab es Flüchtlinge, siehe Bild oben, ebenso wie bei vielen anderen Bekannten auch. Wenn diese vor 70 Jahren keine Hilfe bekommen hätte, wären wir heute gar nicht hier. Egal, wer aus welchem Grund hierher kommt und um Hilfe bittet: es sind Menschen genau wie wir!

Es ist Zeit aufzustehen, Zeit Stellung zu beziehen und Zeit, etwas zu tun.

Möglichkeiten dazu gibt es viele: Spendet hier, sammelt Sachspenden, informiert euch hier ,wie ihr sonst helfen könnt, macht irgendwas, aber vor allem: bezieht Stellung. Verbreitet diese Aktion weiter, sorgt mit dafür, dass Deutschland ein offenes und tolerantes Land ist. Seid keine schweigende Mehrheit, sondern setzt euch laut und deutlich für Menschlichkeit ein.

 

 

Im Rahmen dieses Blogs, um wieder zu den Büchern zurückzukehren, werde ich in Zukunft vorrangig Literatur von bzw. über Flüchtlinge besprechen. Um ihnen eine Plattform zu gewähren und in der Hoffnung, anderen vielleicht damit die Augen öffnen zu können.

Außerdem habe ich die Facebookgruppe "Bücherblogger gegen Rechts" geründet, um hier gemeinsam Ideen zu entwickeln und umzusetzen, Interessierte sind herzlich willkommen.

 

 

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