Nico Rose

Hard, heavy & happy

Heavy Metal und die Kunst des guten Lebens

07.08.2022

 

Heyne

 

 

Rezension:

Audiorezension:
Hard__heavy__happy.mp3
MP3-Audiodatei [5.5 MB]

 

 

Seit über 30 Jahren höre ich Metal in verschiedenen Spielarten und so war es für mich keine Frage: Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen. Nun habe ich es getan und fühle mich ertappt. Nico Rose, seines Zeichens Psychologe und ebenfalls Metaller, hat es hier geschafft, mir immer mal wieder einen Spiegel vorzuhalten. Natürlich gibt es nicht "den Metaller", das behauptet er auch nicht. Aber es gibt Dinge, die die Menschen in unserer Szene vereint und das ist nicht nur die Liebe zur gleichen Musik. Dass Metal (oder auch andere düstere Kunstformen) einer gewissen Katharsis dienen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber was macht ihn sonst aus, den gemeinen Metaller? Wieso tut man sich diesen "Krach" an, den viele Menschen nicht mal als Musik identifizieren würden? Was bewegt erwachsene Menschen dazu, sich Haare schüttelnd durch die Gegend zu schubsen? Diesen Fragen geht Nico Rose hier auf den Grund. Wissenschaftlich fundiert und so schlau geschrieben, dass das Ganze auch von Nichtwissenschaftlern gut lesbar ist. Manchmal vielleicht ein bisschen drüber in Sachen Humor, aber nicht so, dass es ins Alberne abdriftet. Er nimmt die Musik, das Metallerdasein ernst und beleuchtet die Hintergründe, stellt jedoch auch fest, dass manches Verhalten auch mit einem wohlwollenden, ironischen Augenzwinkern betrachtet werden darf. Wir erfüllen eben jedes Klischee über uns - und gleichzeitig auch nicht.

Seine Ausführungen werden mit verschiedenen Interviewpartnern ausgeschmückt, die ihre Erlebnisse und Lebensweisen im und mit dem Metal darstellen. Die vom Autor öfter benannte Werkkenntnis stellt er gerne unter Beweis. 

Insgesamt ein informatives Buch, das ich gerne gelesen habe. Oft habe ich mich erkannt und verstanden gefühlt, manchmal erwischt und das eine oder andere Mal habe ich auch mit dem Kopf geschüttelt. Natürlich sind auch oder gerade Metaller nicht immer einer Meinung, aber das sagt ja nichts über die Qualität dieser Meinungen aus. Und so empfehle ich dieses Buch gerne weiter an metallisch, psychologisch und soziologisch interessierte Menschen.

Klappentext:

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