Weltberühmt durch Self-Publishing

Eine Literaturgeschichte der neuen Art

 

Ruprecht Frieling etablierte als erster Verleger öffentlich die Möglichkeit des selfpublishings in Deutschland. Dank seiner Hilfe konnten nun auch Autoren ihre Werke veröffentlichen, die von großen Verlagen bestenfalls belächelt, meistens aber schlichtweg nicht wahrgenommen wurden. Den Weg dorthin beschreibt Ruprecht Frieling ausführlich in seinem Buch „Der Bücherprinz (Rezension).

 

Mit „Weltberühmt durch selfpublishing“ legt er nun ein Buch vor, welches vielen Autoren Mut macht. Perfekt recherchiert führt er viele große Werke und Autoren an, die erst durch massive Eigeninitiative erfolgreich wurden. Unter ihnen befinden sich Nobelpreisträger und Namen, die heute jeder kennt. Werke wie Goethes „Götz von Berlichingen“ wird heute in den Schulen gelesen, berühmt wurde es nur, weil der geschätzte Dichter es auf eigene Kosten auf den Markt brachte. Jeder der Krimis liebt, kommt an dem Namen Edgar Allen Poe natürlich nicht vorbei. Allerdings nur, weil er anfangs selbst dafür gesorgt hat, dass seine Bücher gelesen werden. Die Liste der angeführten Beispiele Frielings ist noch weitaus länger, bei vielen Werken war ich extrem überrascht, sind es für mich doch großartige Stücke, die jeder gelesen haben sollte. Faszinierend war für mich auch der Umstand, dass diese Texte zum Teil schon vor über 200 Jahren geschrieben wurden, Selfpublishing also beim besten Willen kein neues Phänomen ist. Lediglich eines, was von Verlagen und wohl auch Autoren gerne totgeschwiegen wurde. Chronologisch rückt Ruprecht Frieling vorwärts, bis zu aktuellen Romanen, die erst durch eigenes Vermarkten seitens der Autoren zu großen Erfolgen führten. Als Beispiel sei hier die Schriftstellerin Nele Neuhaus genannt oder auch das wundervolle Jugendbuch „Eragon“, welches letzten Endes sogar verfilmt wurde.

 

Sehr gut gefallen haben mir auch die ersten Kapitel in vorliegendem Buch, sie erklären in Rekordzeit die Geschichte der menschlichen Sprache und ihrer Weiterentwicklung zur Schrift, zum Buch, zum Internet. In meinem Studium hat es dazu ein ganzes Modul benötigt und war in bei Weitem nicht so verständlich und nachvollziehbar ;-)

Nach eigener Aussage hat Ruprecht Frieling in dieses Buch 20 Jahre Recherchearbeit investiert, was aufgrund des Umfanges sehr viel erscheint. Aber zwischen den beiden Buchdeckeln befindet sich tatsächlich eine unfassbare Menge an literaturgeschichtlichem Wissen, teilweise für viele sicherlich neu, auf jeden Fall aber sehr interessant und kurzweilig zusammengefasst.

 

Vielen Autoren, die von Verlagen eine Absage nach der nächsten bekommen, sollte dieses Buch den Mut machen, unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen, oder in den Worten dieses Autors: „Folge deinem Stern“.

Ganz klare Kaufempfehlung, für (angehende) Autoren sowieso, aber auch für alle literaturgeschichtlich Interessierten, die gerne mal über den eigenen Tellerrand hinaus schauen möchten.

 

Am Ende wird der Leser aufgefordert, über die genannte Art des Publizierens nachzudenken, Vorurteile in Frage zu stellen und darüber zu diskutieren. Dazu möchte ich auch hier oder im dazugehörigen Facebookpost anregen, Kommentare sind herzlich willkommen. Mich interessiert sehr, wie selfpublishing- Autoren und Bücher von euch wahrgenommen werden, als Leser sowie auch von anderen Buchbloggern.

 

 

 

Kommentare

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  • Ruprecht Frieling (Dienstag, 04. August 2015 16:28)

    Vielen Dank, dass du das Buch so aufmerksam gelesen hast! Natürlich habe ich in den zwanzig Jahren, in denen ich das Thema in mir trug, auch noch anderes gemacht … beispielsweise zwei Dutzend andere
    Bücher geschrieben, aber es war schon schwierig, die Informationen zu bekommen. Die offizielle Literaturgeschichte schweigt nämlich nur zu gern tot, dass auch berühmte Schreiber ganz weit unten
    begonnen haben. ;)