Quelle Braumüller Sachbuch

Österreichische Küche reloaded

Bernie Rieder

 

Auch für Nordlichter ziemlich lecker!

 

Zugegeben, beim ersten Reinschnuppern in das Buch war ich ein wenig skeptisch, lebe ich doch eher im Norden Deutschlands und verband mit Österreichischer Küche erst mal nur Knödel und Kaiserschmarrn.

Diese finden sich hierin auch, aber nicht in der langweiligen Gans-Knödel-Rotkohl-Variante sondern in vielen, modernen Varianten.

Aber der Reihe nach: wie es sich gehört, entdeckt man zu Beginn des Buches die Vorspeisen, angefangen mit Salaten. Der Autor nennt dieses Kapitel „Salatvariationen mit Pep“ und das trifft den Nagel auf den Kopf, hier ist jede Menge Pep drin. Mein Liebling ist „Gebratener Paradais-Mozarella-Salat mit knusprigem Orangenbrot und Ingwerdressing“.

Wer hier schon, so wie ich, über die österreichischen Ausdrücke stolpert, sei beruhigt: am Ende des Kochbuches befindet sich ein anständiges Glossar, in dem alle Begriffe ins Hochdeutsche übersetzt werden. Man lernt also nicht nur kochen, sondern erfährt gleich etwas über die Sprache unseres Nachbarlandes, ein dicker Pluspunkt.

Im Vorspeisenkapitel entdeckt man weiterhin einige sehr tolle Saucen, Carpaccios (auch vegetarisch), Eiergerichte und einiges mehr. Wie die folgenden beinhalten diese Rezeptangaben eine genaue Zutatenliste und eine deutliche Zubereitungsanleitung.

Nähwertangaben gibt es leider nicht.

Im weiteren Verlauf bekommt der Leser sehr leckere Suppen präsentiert, bevor es mit reichhaltigeren Salaten weitergeht. Mein Favorit hier: „Gebratener Erdäpfelsalat mit Jungzwiebeln und Ruccola“ - super-lecker! (Man merkt vielleicht schon: ich liebe Salate ;-))

Danach folgt ein großartiges Kapitel mit Gemüsegerichten, ebenfalls mit schönen, neuen Ideen abseits der klassischen Küche. Vorab sei schon gesagt: auch Fleischrezepte folgen noch, aber dieses Buch bietet auch durchaus viele nachkochenswerte Rezepte für Vegetarier.

Wie schon erwähnt, fehlen die Knödel nicht, der Autor bietet hier klassische Rezepte ebenso wie ganz neue Varianten, beispielsweise „Grünes Spinatknödelcurry mit Brokkoli, Gurke und Mandeln“.

Als weitere Beilagen folgen noch Nockerln und Nudeln, bevor es an die Fischgerichte geht. Auch hier sind wieder schöne Ideen dabei. Die Fleischabteilung ist unterteilt auf die verschiedenen Tierarten, wie im gesamten Buch gut strukturiert und übersichtlich. Gut, warum sich die Reisgerichte zwischen Hähnchen und Schwein verstecken, weiß ich nicht, ist allerdings auch nicht störend. Die Kartoffeln, vielmehr Erdäpfel haben auch ein eigenes Kapitel für sich beansprucht und werden gekocht, als Gratin oder püriert gereicht... jetzt gerade im Moment, beim nochmaligen Durchblättern des Buches läuft mir tatsächlich das Wasser im Mund zusammen, auch, weil viele Rezepte sehr schön fotografisch in Szene gesetzt sind.

Last, but not least mein Lieblingskapitel: der Bereich für die Süßschnäbel. Hier finden sich nur Schmarrn-Rezepte, dafür aber in ausreichender Anzahl. Und wer kann schon widerstehen, wenn er liest: „Flüssiger Schokolade-Kuchen-Schmarrn“? Ich definitiv nicht.

Optisch ist das Ganze Buch sehr ansprechend, die Fotos sind modern und die Gerichte sehr schön inszeniert, so dass man auf jeden Fall Lust zum Nachkochen bekommt.

 

Insgesamt ein sehr schönes Kochbuch,mit innovativen Ideen plus Grundrezepten, einer modernen, jugendlich-punkigen Gestaltung und Rezepten, die für jeden Geschmack etwas bieten. Von mir gibt es eine ganz klare Kauf- und Kochempfehlung, das Buch ist sicherlich auch ein schönes Geschenk für Küchenbegeisterte.

 

Braumüller, 2014, Hardcover, 439 Seiten; 29,90 Euro