Was muss geschehen, damit ein Mensch zum Mörder wird?

Hallo zusammen,

 

nun sind wir also am letzten Tag der Blogtour zu „Der Tod vergisst nie“ angelangt. Auf den anderen Blogs konntet ihr ja schon eine Menge Interessantes zu den Themen des Buches lesen und ich habe mir heute die schwierige Frage vorgenommen: Was muss geschehen, damit ein Mensch zum Mörder wird?

 

Als schwierig empfinde ich die Frage deswegen, weil ich es kaum nachvollziehen kann, weswegen man einem anderen Menschen das Leben nehmen sollte. Meiner Meinung nach hat niemand das Recht dazu, ein Urteil über Leben und Tod zu fällen, auch nicht ein Staat, zum Beispiel.

Welche Emotionen, Situationen oder menschlichen Abgründe führen aber trotzdem dazu, dass dies leider nicht nur in Büchern passiert?

 

Mit rein persönlichen Erfahrungen komme ich der Beantwortung dieser Frage nicht näher, das Ganze muss also systematischer angegangen werden.

Zuerst benötigen wir eine Definition des Begriffs „Mörder“. Mal sehen, was Wikipedia dazu sagt:

 

„Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.“

 

Es gibt also, wie vermutet, mehrere Gründe ein Mörder zu werden. Genannt wird hier erstens Mordlust. Wieder ein Wort, welches eigentlich definiert werden müsste, und auch das erledigt Wikipedia: „einen Menschen sterben zu sehen, damit anzugeben, sich nervlich zu stimulieren oder die Zeit zu vertreiben oder wenn der Täter die Tötung eines Menschen als sportliches Vergnügen betrachtet“ wird als Mordlust bezeichnet. Klar ist mir damit immer noch nicht, woher diese Mordlust kommt. Normal ist dies schließlich nicht, jedenfalls nicht, wenn man das als normal ansieht, was die Mehrheit der Menschen für richtig hält. Wenn etwas aber nicht normal ist, ist es eventuell krankhaft. Und wenn jemand krank ist, ist er dann noch zurechnungsfähig und kann dann überhaupt noch als Mörder definiert werden?

Wie auch immer, Fakt ist wohl, dass es Menschen gibt, denen es einfach in irgendeiner Form Spaß macht zu morden.

 

Der zweite Punkt ist die Befriedigung des Geschlechtstriebes, was bei mir im Prinzip ähnliche Überlegungen auslöst, wie Punkt eins.

 

Punkt drei bezieht sich auf Habgier, sprich: Macht- und Geldgier. Tja, auch das gibt es wohl leider häufiger, für manche Mitmenschen scheinen materielle Dinge so viel mehr wert zu sein als Menschenleben, dass sie bereit sind, dafür sprichwörtlich über Leichen zu gehen.

 

Und dann gibt es da noch die anderen niederen Beweggründe, in meinen Augen ein ziemlich schwammiges Feld, zu dem Wikipedia schreibt:

„Das Mordmerkmal der sonstigen niedrigen Beweggründe ist eine Generalklausel und als solche besonderer Kritik ausgesetzt. Nach ständiger Rechtsprechung handelt es sich dabei um ein Tatmotiv, „das nach allgemeiner sittlicher Wertung auf tiefster Stufe steht, durch hemmungslose, triebhafte Eigensucht bestimmt und deshalb besonders verwerflich, ja verächtlich ist.“ Nach vorherrschender Auffassung soll es durch eine Gesamtbewertung der Tat und des Täters festgestellt werden. Regelmäßig werden Ausländer- und Rassenhass, sowie Hass allgemein als Beispiele solcher besonders niedriger Beweggründe genannt. Weitere typische Beispiele, die in jedem Fall aber eine Gesamtwertung des Einzelfalls erfordern, sind reaktive Motive wie Wut, Neid, Rache oder Eifersucht. Auch Ehrenmorde werden hier eingeordnet. Ihnen stehen Fälle gegenüber, in welchen der Täter die Tötung berechnend zur Erreichung seiner Ziele einsetzt, etwa um eine neue Ehe eingehen zu können oder um die Identität seines Opfers anzunehmen.“

 

Tja, und damit haben wir sie hier aufgezählt: Viele verschiedene Gründe in zig unterschiedlichen Variationsmöglichkeiten, die theoretisch dazu führen könnten, einen Mord zu begehen.

 

Praktisch und in den allermeisten Fällen führen sie jedoch nicht zum Tod Anderer. Nicht jeder, der habgierig ist, bringt Menschen um, und auch nicht jede verlassene Ehefrau bringt aus Eifersucht ihre Nebenbuhlerin zur Strecke. Es muss also noch etwas Anderes, ganz Persönliches, in den Menschen geben, die tatsächlich den einen Schritt weiter gehen. Die bei einem Streit nicht mit Tellern werfen, sondern mit Messern. Die nicht nur „Ausländer raus“ brüllen (was schon schlimm genug ist!), sondern Menschen anderer Hautfarbe erschießen. Oder auch die, die um wirklich jeden Preis Macht ausüben wollen.

 

Meine persönliche Meinung dazu lautet, dass es einer ungünstigen Konstellation mehrerer Faktoren bedarf, um einen Mord auszulösen. Zum einen muss die Bereitschaft dazu in dem betreffenden Menschen angelegt sein (und ich kann und will nicht beurteilen, ob dies nicht sogar bei jedem Menschen der Fall ist) und es muss eine Situation bzw. einen Auslöser geben, der diese Fähigkeit, Disposition oder Bereitschaft an den Tag bringt.

 

Zufriedenstellend gelöst ist die Ausgangsfrage damit für mich nicht, aber sie wird sicherlich auch schon ganz andere Köpfe aus den Bereichen der Psychologie, Philosophie und Rechtswissenschaft beschäftigt haben und weiter beschäftigen müssen.

Und ganz nebenbei natürlich auch die Autoren von Kriminalromanen, wie zum Beispiel Andreas Hultberg. In seinem Debütroman „Der Tod vergisst nie“ stellt er ebenfalls viele verschiedene mögliche Mordmotive vor. Wenn ihr wissen möchtet, wie mir das Buch gefallen hat, geht es hier zu meiner Rezension.

 

Wer weiterhin das Buch gerne lesen möchte, ist herzlich zu einem Gewinnspiel eingeladen. Beantwortet dazu bitte folgende Frage im Kommentarbereich:

 

Glaubt ihr, dass generell jeder Mensch fähig ist, einen Mord zu begehen (unter entsprechenden Umständen oder Gefühlslagen)?

 

Zu gewinnen gibt es 1x das Taschenbuch und 2x das eBook von "Der Tod vergisst nie".

Das Gewinnspiel endet am 1.5.16 um 23:59 Uhr

 

Teilnahmebedingungen:

1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständnis der Eltern
2. Versand der Gewinne erfolgt ausschließlich nach Deutschland,
Österreich und die Schweiz.
3. Für den Postweg wird keine Haftung übernommen.
4. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung der Gewinne
möglich.
5. Jeder Teilnehmer darf pro Blog nur einmal teilnehmen. Mehrfachteilnahmen führen zum Ausschluss vom Gewinnspiel.
6. Die Gewinner sind im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung auf den (Facebook)Seiten der teilnehmenden Blogs, des Verlags/Autors und der Agentur Spread and Read einverstanden.

 

 

 

Tourplan

27.4. (Mittwoch) Buchvorstellung Sabrina Uhlirsch 

28.4. (Donnerstag) Das Ermittlerteam Tamara Gränz

29.4. (Freitag) Korruption Diana Drewes 

30.4 (Samstag) Mord hat viele Gesichter Marie Lanfermann

01.5. (Sonntag) Was muss geschehen, damit ein Mensch zum Mörder wird Tanja Mandelt

02.5. (Montag) Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

 

 

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für euer Interesse und die zahlreiche Teilnahme an unserer Blogtour zu "Der Tod vergisst nie" von Andreas Hultberg. Wir hatten viel Spaß und hoffen, dass es euch genauso ging. Natürlich schulden wir euch noch ein paar Gewinner und wollen euch auch gar nicht lange auf die Folter spannen.

Das Taschenbuch geht an: Estrelas
Die beiden eBooks gehen an: Monja Freeman und Tiffi2000

Herzlichen Glückwunsch euch allen. Bitte schickt eure Mailadresse bis 6.5. an contact@spreadandread.de. Gewinne, für die sich niemand meldet, werden dann neu verlost.

Liebe Grüße
Euer Tourteam