Quelle S. Fischer Verlag

Das Skript

Als großem Fitzek-Fan wurde mir schon vor längerer Zeit Arno Strobel sehr ans Herz gelegt. Das Skript war nun das Erste von mir gelesene Buch dieses Autors und ich bin sehr begeistert.
Doch zuerst zum Inhalt: Die Studentin Nina Hartmann bekommt ein Päckchen zugesandt, dessen Inhalt sie nicht so recht definieren kann. Es scheint eine Art Bilderrahmen zu sein, bespannt mit irgendetwas Lederartigem. Schnell stellt sich heraus, dass es ein Stück Haut ist - menschliche Haut, beschriftet mit Ziffernfolgen.
Bei ihren Ermittlungen in diesem Fall stößt die Polizei auf den mehr oder weniger erfolgreichen Autor Christoph Jahn. Dieser ist erst vor einiger Zeit nach Hamburg gezogen, um einen Schlussstrich unter einen schmerzvollen Vorfall in seiner Vergangenheit zu ziehen: Ein Psychopath hatte einen seiner Thriller bis ins kleinste Detail nachgespielt, was zu einem Todesfall und viel Aufsehen führte. Andererseits förderte dieses Ereignis natürlich die Verkaufszahlen seines Buches und so ganz lupenrein war sein Alibi damals auch nicht...
Sein nächster Roman, „Das Skript“ ist noch um einiges blutrünstiger und zufällig beginnt er mit einem mit Haut bespannten Bilderrahmen. Auch dieser Roman scheint also nachgestellt zu werden, es verschwinden noch mehrere Frauen, die Tage später tot und entstellt aufgefunden werden. Der Täter hat es auf ihre Haut abgesehen, um darauf den Text für ein Buch zu schreiben, ganz nach der Vorlage Christoph Jahns. Dieser verstrickt sich dann auch schnell in Widersprüche, aber auch die Aussagen einiger anderer Personen sind voller Ungereimtheiten.
Nach einigem Rätselraten beim Leser löst sich das Ende sehr schön auf, die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten und das ganze Buch wirkt insgesamt rund.
Sehr gut gefallen haben mir die Charakterdarstellungen, die Figuren wirken authentisch und ich muss gestehen,den Lektor von Christoph Jahn konnte ich fast riechen, keine angenehme Erfahrung, da er als sehr ungepflegt beschrieben wird. Ein dickes Plus also für die Ausarbeitung der Personen, ich habe das Gefühl, sie jederzeit wieder erkennen zu können. Dies liegt sicher auch an den ausgereiften Dialogen, jede Figur hat eine eigene Art zu sprechen.
Auch an Spannung mangelt es nicht, zu keiner Zeit kam Langeweile auf. Einige Szenen werden sehr brutal und detailreich beschrieben, nicht jedermanns Sache, aber für einen Thriller angemessen.
Strobels Art zu Schreiben ist angenehm und flüssig zu lesen, er verzettelt sich nicht in seinen Ausführungen und trotzdem ist man als Leser jederzeit mittendrin im Geschehen.
Die Story-Idee an sich ist nicht überragend innovativ, trotzdem gut und schön ausgearbeitet.
Insgesamt ein kurzweiliger Thriller und sicherlich nicht der letzte Strobel, den ich lesen werde.


Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 4 (27. Februar 2012)
400 Seiten, 8,99 Euro