Quelle: Ullstein Verlag

Ewige Buße

Ein Buch, auf dem schon ein gut sichtbarer Aufkleber prangt, der es als englischen Bestseller auszeichnet, weckt schon gewisse Erwartungen. Eine erste Leseprobe war auch ganz interessant, so dass ich mich auf das Buch gereut habe.

Um es gleich zu sagen: die Erwartungen waren etwas zu hoch gegriffen. Das Buch ist nett, nicht mehr und nicht weniger. Aber zuerst zum Inhalt.

Hauptermittler Aector McAvoy gerät in einen Fall, der immer mysteriöser erscheint: zuerst wird eine Frau tot aufgefunden, deren Brustkorb regelrecht zerquetscht wurde. Eine weitere Tote kommt hinzu, ihr wurde die Beinschlagader durchtrennt. Relativ schnell ist eine Verbindung zwischen den beiden Frauen entdeckt: beide retteten vor einiger Zeit einem Menschen das Leben, der sich später als Serienvergewaltiger herausstellte. Dieser jedoch ist mittlerweile so krank, dass er mit den Taten nichts zu tun haben kann...eigentlich. Auch sein Freund und Psychiater scheint irgendwie darin verwickelt zu sein, auf jeden Fall gibt es noch mehr Tote und alle sind irgendwie miteinander verbunden.

In einem zweiten Handlungsstrang erfährt der Leser von einer weiteren Ermittlung gegen eine große Drogenbande. Sie gerät zufällig mit McAvoys Frau aneinander, so dass diese in Lebensgefahr schwebt. Diese beiden losen Fäden verknüpfen sich am Ende leider nicht, so wie das Ende insgesamt relativ offen gehalten wird.

Und da wären wir auch schon bei meinen Kritikpunkten. Das Ende gefällt mir gar nicht. Es gibt mehrere Bücher dieser Reihe und ein weiteres ist geplant, so scheint es, weswegen der Schluss wohl nicht wirklich abgeschlossen wird. Einen wirklichen Cliffhanger gibt es aber auch nicht, so dass ich nach dem Lesen ein wenig unbefriedigt zurück blieb.

Auch der Schreibstil ist etwas sperrig, manchmal verliert sich der Autor in sehr langen Beschreibungen. Weiterhin hat mich irritiert, dass das Buch in der Gegenwartsform geschrieben ist. Mag vielleicht die Spannung erhöhen, wenn man dem Täter quasi in Echtzeit zuschauen kann, mir gefällt es nicht sonderlich. Dies ist aber wohl tatsächlich eine reine Geschmacksfrage.

Das Buch wäre jedoch nicht nett, wenn ich nur Dinge negativ zu kritisieren hätte.

Die Figuren sind zum Beispiel sehr schön dargestellt, zumindest der Hauptermittler und seine Frau sind mir anschaulich bekannt geworden. Auch wenn der Autor hier sehr mit dem Klischee spielt: tapferer Ritter beschützt zierliches Prinzesschen, welches sich dann doch als relativ wehrhaft entpuppt. Ein bisschen viel Gefühlsduselei manchmal, aber mir hat es gefallen.

Auch die Storyidee ist ganz schön überlegt, wenn eben auch nicht umwerfend.

Abschließend also ein Thriller, den man durchaus lesen kann, der mich jedoch nicht neugierig auf weitere Werke des Autors gemacht hat.