Die schwarzen Klippen

Band 1 der Reihe "Der Wanderer"

 

Der Wanderer wird erwachsen

 

Natürlich war der Wanderer, der im Prolog noch „Haric“ hieß, auch vorher schon ein erwachsener Mann, hat er doch dort schon einige Kämpfe ausfechten müssen (siehe Rezension unten). Und trotzdem wirkt er jetzt gefestigter und männlicher. Auf der Suche ist er jedoch immer noch, seine Herzensdame Myrael ist nach wie vor in der Unterwelt gefangen und sein hauptsächliches Ziel ist es, sie zu retten.

Auf seinem Weg überquerte er die Grauberge und stößt auf ein anderes Mädchen, welches durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit Myrael aufweist. Sie ist ebenfalls eine starke Frau, auch wenn sie mehrmals seiner Hilfe bedurfte. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände und gebunden durch sein Pflichtgefühl, muss er seine Suche unterbrechen, um das Dorf Uriatha vor dem sicheren Untergang zu retten. Ob ihm dies gelingen wird, bleibt fraglich, Fakt ist, dass er auf starke Gegner trifft, viel seiner Kraft benötigt und nur die Liebe zu Myrael ihn weiter antreibt. Dabei begegnet er Wesen, die lieber im Dunkel verborgen geblieben wären und entdeckt Orte, die nicht nur Schönes zu bieten haben.

 

Der Wanderer wird in diesem Band Tulan genannt, und der Namenswechsel spiegelt wider, was die ganze Persönlichkeit des Protagonisten ausmacht: In erster Linie sucht er immer noch sich selbst, seine Vergangenheit und in dem Zuge auch seine Zukunft. Sein Antrieb dabei ist das Band zu Myrael, das durch die neue Frauenfigur Maela noch verstärkt wird.

Dominique Stalder hat seine Figuren auch hier wieder sehr charakteristisch ausgestaltet. Sicherlich auch ein bisschen stereotyp, Maela ist ganz das klassische, kleine aufmüpfige Mädchen, welches sich auf dem Weg zur Frau befindet und dabei ständig gegen Grenzen rennt.

Das Wesen des Wanderers zeigt sich dem Leser sehr deutlich im Kampf gegen die Dämonen, hier im Buch übersinnliche Geschöpfe, die nach seinem Leben trachten. Aber möglicherweise sind sie auch symbolisch zu sehen, als eigene, innere Dämonen in der Seele des Protagonisten. Auch diesen muss er sich wohl stellen, wenn er das Geheimnis um seine Vergangenheit lüften will. Die Figuren sind also durchweg anschaulich und mehrschichtig, dies trifft auch auf die Gegenspieler und die Bewohner des Dorfes zu und ist das, was mir an dem Buch am besten gefallen hat.

Der Plot ist nachvollziehbar und das Ende verweist auf folgende Teile, dass dieses Werk erst der Anfang einer lange Reihe ist, hat der Autor schon deutlich gemacht. Man darf also weiter gespannt sein, wie es in der Welt des Wanderers weiter geht.

 

Meiner Meinung nach hat sich der Autor zusammen mit seiner Hauptfigur weiterentwickelt, der Schreibstil ist noch anschaulicher geworden und macht es leichter, sich in der fantastischen Welt zurecht zu finden. Sollte es dennoch mal zu Orientierungsschwierigkeiten kommen, ist das Buch mit Karten und Bildern illustriert, die dem Leser und dessen Phantasie vielleicht auf die Sprünge helfen können.

Die Gesamtstimmung des Buches ist dunkel, für mich ganz klar der Dark-Fantasy zuzuordnen, wenn es auch dieses Mal nicht ganz so böse und unheimliche Momente gab wie in dem Prolog. Es lassen sich eher große, epische Schlachten finden, als kleine Horrorelemente, was den Umfang des Gesamtwerkes erahnen lässt. Eine Liebesgeschichte zieht sich dabei, wie schon erwähnt, als Motiv durch die Seiten, aber es fühlt sich so an, als sei der Hauptantrieb die Suche nach sich selbst und nach einem Sinn.

Ich für meinen Teil bin gespannt, wie sich die Geschichte des Wanderers und auch die des Autors weiterentwickelt und kann natürlich eine klare Kaufempfehlung für Freunde der dunkleren Phantastik aussprechen.

 

SadWolf Verlag, 340 Seiten, 2016

Die Schamanin

Prolog der Reihe "Der Wanderer"

 

 

Der Auftakt einer langen Reise, die schon im Prolog rasant an Fahrt aufnimmt

 

Es ist kalt, nass und er ist so nackt wie bei seiner Geburt.

Ohne Erinnerung, ohne Namen und schmerzgeplagt erwacht er an einem unbekannten Strand, kaum in der Lage, seine Welt zu erkunden.

So mysteriös beginnt die auf mehrere Bände ausgelegte Saga um den Wanderer.

Im weiteren Verlauf dieses Prologs wird der Unbekannte von der unheimlichen Schamanin Drakaria aufgenommen, sie gibt ihm eine neue Identität, Obdach und lehrt ihn, das Feuer zu beherrschen. Doch was sie im Gegenzug von ihm fordert, ist viel.

Auch ihre Pläne mit Myrael, ihrer jungen Magd, sind nicht eindeutig. Welches dunkle Spiel treibt die Schamanin mit den beiden und werden sie es schaffen, ihren Weg zu finden?

 

Dominique Stalder hat mit diesem Prolog die Weichen gestellt für eine großangelegte Dark-Fantasy-Geschichte, deren Grundidee mir gut gefällt. Ohne Erinnerung und Namen an einem unbekannten Ort zu erwachen ist keine schöne Vorstellung, die Nacktheit des Protagonisten tut ein Übriges, um die Hilflosigkeit und das Gefühl des Verlorenseins anschaulich zu machen. Dazu ein unwirtliches Klima, und die düstere Stimmung ist perfekt. Trotzdem hat mich das Buch hier noch nicht mitgenommen, vielleicht ging alles ein bisschen zu schnell, ich hätte wohl noch mehr Zeit benötigt, um den Wanderer kennenzulernen, mich in ihn einfühlen zu können.

Im weiteren Verlauf legte sich dieses Gefühl jedoch schnell, die Geschichte nahm zügig an Fahrt auf, wurde sehr spannend, unheimlich und auch der Protagonist kam mir deutlich näher.

Beinahe süß war sein unbeholfener Umgang mit Myrael, immer in der Angst etwas falsch zu machen, schlich er wie die Katze um den heißen Brei. Aber wie soll man sich seiner Handlungen schon sicher sein, wenn man sich seiner Identität, seiner Herkunft und seiner Erfahrungen nicht sicher ist.

 

Auch Drakatia als Antagonistin spielt ihre Rolle gut, ein bisschen fiese Märchenhexe, die sich erst ganz nett gibt, das Böse aber doch nicht völlig verbergen kann, bis es schließlich zur finalen Auflösung des Konfliktes kommt.

Das Ende des Buches, welches gleichzeitig auf den weiteren Verlauf anspielt, hat mir sehr gut gefallen. Es war spannend und macht definitiv Lust auf mehr, ich werde die Geschichte des Wanderers sicher weiterverfolgen und kann dies fantasybegeisterten Lesern ebenfalls anraten.

 

Sprachlich und stilistisch ist das Werk in meinen Augen flüssig und zügig zu lesen, für angenehme Abwechslung sorgen die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln.

 

Sehr positiv aufgefallen sind mir die Bereiche des Buches, die schon leichte Horrorelemente aufweisen, hier sehe ich die Stärken des Autors. Es ist ihm gut gelungen, einen angenehmen Grusel- und Spannungseffekt bei mir zu erzeugen, der durchaus einer der Hauptgründe ist, weswegen ich an der Geschichte dran bleiben möchte. Reine Fantasy-Liebesgeschichten beginnen schnell, mich zu langweilen, das düstere Leben des Wanderers mitsamt seiner unheimlichen Umgebung ist da eine willkommene und lesenswerte Alternative.

 

Abschließend also eine Kaufempfehlung für die Fans der düsteren Phantastik, da außerdem oft gesagt wird, dass zweite Buch eines Autors sei das Beste, bin ich sehr gespannt auf Band 2.

 

eBook, SadWolf Verlag, November 2015

 

 

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Kommentare

  • Jenny Siebentaler (Samstag, 03. Dezember 2016 16:39)

    Die Schamanin
    Prolog der Reihe "Der Wanderer" hat mich von Anfang an fasziniert und bis heute leider noch auf meiner Wunschliste als Print steht....! VLG Jenny

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