Inca Vogt

Götzenkinder

 

In dem kleinen Örtchen Götzenheim wird eine grausam verstümmelte Frauenleiche gefunden, die genauso hergerichtet wurde, wie es der Autor Adrian Brecht in seinem Thriller beschrieben hat. Dies macht ihn definitiv zum Tatverdächtigen. Das er außerdem einige sehr merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag legt, macht die Sache für ihn nicht besser.

Es gibt jedoch ein paar Menschen, die an seine Unschuld glauben, allen voran die Journalistin Toni Amato. Zusammen mit der Polizei beginnt sie im Umfeld der Toten zu ermitteln.

Zwischenzeitlich tauchen jedoch weitere Frauenleichen auf, alle wurden auf ähnliche Weise verstümmelt wie die erste.

Die Schlinge um Adrian Brecht zieht sich immer fester zu, aber irgendetwas Größeres scheint noch dahinter zu stecken, irgendwie ist auch die dubiose Klinik „Schönhausen“ involviert.

Letzten Endes nimmt das Ganze Dimensionen an, die anfangs nicht zu erkennen waren und eine sehr unerwartete Wendung bringen.

 

Götzenkinder ist der Folgeband zu dem Thriller „Gebrannte Kinder“, welchen ich noch nicht gelesen habe. Schöner wäre es sicherlich, sich zuerst Band eins vorzunehmen und dann mit dem zweiten weiterzulesen. Dies ist aber nicht unbedingt notwendig, es ist ein sich abgeschlossener Roman, der ab und zu Bezug nimmt aus Themen des ersten Buches.

 

Inhaltlich hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, es war durchweg spannend und ich wurde immer wieder auf die falsche Fährte gelockt. Insbesondere die Geschehnisse um das Institut Schönhausen waren sehr fesselnd und die Idee dahinter innovativ.

Gelegentlich wechselt die Erzählperspektive und der Leser scheint die Gedanken des Mörders zu erfahren. Wer diese Person ist, bleibt allerdings lange unklar und das ist gut so.

Wie es sich für einen Thriller gehört, sind einige Stellen ein bisschen blutig, ein bisschen brutal und manchmal sogar ein wenig eklig – so, wie ich es bei einem Thriller mag.

Der Schriftstil ist manchmal etwas verwirrend und sprunghaft, ein paar Mal musste ich ein Stück zurück lesen, um mich wieder in das Geschehen einzufinden. Zwei bis drei Mal bin ich leider auch über Orthographie- bzw. Interpunktionsfehler gestolpert, die den Lesefluss unterbrochen haben. Dies ist zwar ein Kritikpunkt, aber im Vergleich zum Gesamtwerk nur ein sehr kleiner, quasi Jammern auf hohem Niveau.

Die Figuren sind sehr anschaulich ausgestaltet, insbesondere die Journalistin Toni kam bei mir genauso an, wie es vermutlich von der Autorin bezweckt war: Selbs bewusst, witzig, energisch und mit einem großen Herz. Auch der Autor Adrian Brecht wirkt sehr authentisch, Inca Vogt hat ihn sehr verschroben dargestellt, was man als Leser wunderbar nachvollziehen konnte.

 

Das Ende des Buches ist lang und bietet genau genommen mehrere Abschlüsse zu verschiedenen Themen, die meisten Fäden werden schlüssig und passend verknüpft. Ein bisschen offen bleibt es dennoch, ein Ausblick auf den folgenden dritten Band wird schon gegeben. Aber auch hier gilt: man kann problemlos nur dieses Buch lesen und hat einen in sich abgeschlossenen Roman mit rundem Ende vor sich.

 

Ich persönlich werde allerdings auf jeden Fall bald den ersten Band lesen und ganz sicher auch den dritten, sobald er veröffentlicht wurde.

Thrillerfans bekommen demnach natürlich eine Kaufempfehlung von mir.

 

CreateSpace, 460 S., 2016

 

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