Jen Williams

Der Herzgräber

06.01.2022

 

 

Klappentext:

Als Heather Evans den Nachlass ihrer Mutter ordnet, findet sie viele Briefe von Michael Reave, einem vor über 20 Jahren verurteilten Serienkiller. Bis die Polizei ihn schnappen konnte, hatte er mehrere Frauen auf bestialische Weise ermordet.

Doch jetzt werden wieder junge Frauen getötet. Auf die gleiche Weise wie damals. Die erste Leiche findet man in einem ausgehöhlten Baumstumpf. Und dort, wo eigentlich das Herz schlagen sollte, stecken Blumen. Genau wie damals. Woher kannte ihre Mutter Reave? Weiß er etwas über deren Suizid? Als die nächste Leiche gefunden wird, ist es Zeit, Fragen zu stellen. Fragen, die nur der Serienkiller beantworten kann. Doch Heather ahnt nicht, wie gefährlich die Wahrheit und wie nahe der Tod ist.

Rezension:

Audiorezension:
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Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, deswegen wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht, ich finde das Buch okay, es hat ein paar sehr schöne Elemente, aber leider auch Einiges, das mir nicht so gut gefallen hat.

Der Einstieg fiel mir ein bisschen schwer, ohne dass ich anfangs benennen konnte, woran es lag. Nach einigen Seiten wurde dies definitiv besser, irgendwann hat mich die düstere Atmosphäre des Buches abgeholt und ich habe gespannt weiter gelesen. Leider ist diese Spannung immer wieder abgestürzt und konnte sich nicht über die gesamte Geschichte aufrechterhalten.

Gut gefallen haben mir die Rückblicke in die Vergangenheit des Serienkillers Michael Reave. Als Leser erfahren wir nach und nach und nach Bruchstücke aus seiner Kindheit und Jugend und lernen ihn immer besser kennen, seine Motive werden deutlicher. Auch in den Textpassagen, in denen er als Häftling agiert, finde ich seine Figur anschaulich und authentisch gezeichnet.

Bei der Protagonistin Heather erging es mir leider ganz anders. Ich habe bis zum Schluss nicht das Gefühl gehabt, sie zu kennen, ich konnte ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen und ihre gesamte Entwicklung empfand ich als oberflächlich. Auch bei einigen Nebenfiguren empfand ich dies so, viele Motive waren mir unklar und einige Verhaltensweisen unglaubwürdig.

Sehr spannend fand ich dann wieder den mittleren Teil des Buches, hier punktet wieder die düstere Stimmung, die ich gerne mochte und die ein angenehm gruseliges Gefühl verursachte beim Lesen.

Ziemlich früh hatte ich eine Idee bezüglich der Auflösung der Geschichte und leider hat diese sich auch bestätigt, wenn es auch kleinere unerwartete Wendungen gab. Insgesamt war die Geschichte aber eher durchschaubar und wirkte immer mal wieder sehr konstruiert.

Ein weiterer Negativpunkt sind leider auch die Tipp- oder Übersetzungsfehler, die gerade für ein Verlagsbuch relativ häufig auftraten und mich in meinem Lesefluss stolpern ließen.

Insgesamt ist das Buch ganz nett, trotz aller Kritik haben mich die Figur Michael Reave und die Atmosphäre des Buches überzeugen können, vieles andere jedoch nicht.

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