Katrin Rodeit

Quelle: http://www.katrin-rodeit.de/buecher/toedliches-serum/

Ein spannendes und emotionales Lesevergnügen

 

Doktor Fechner ist ein renommierter Kinderarzt, und er stirbt gleich im ersten Kapitel. In seiner Milch scheint sich ein tödliches Gift befunden zu haben, und dass sein Tod kein natürlicher ist, fliegt nur auf, weil sein Kater dem gleichen Unglück zum Opfer fällt. Nach dieser Tat ist Schluss mit der beschaulichen Stille in Ulm. Es folgen weitere Morde, ob sie zusammenhängen, ist unklar. Zu all diesem Stress bekommt Ermittlerin Jessica Wolf auch noch eine neue Kollegin an ihre Seite, die überaus chaotische Charlie. Skeptisch wird sie beäugt und auf den Prüfstand gestellt. Richtig eng wird es für Jessica allerdings, als sich ihr Sohn ungewollt viel zu weit aus dem Fenster lehnt. Die ganze Geschichte läuft aus dem Ruder, eine Lösung der Fälle ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Und dann ist da auch noch der schöne Romeo, Staatsanwalt, unnahbar und immer wie aus dem Ei gepellt. Was weiß und bezweckt er?

 

Bis zu diesem Buch war mir die Autorin nicht bekannt, und ich bin froh darüber, dass sich dies geändert hat. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin begeistert. Dies ist definitiv einer der Schätze, die ich so gerne unter Selfpublishern finde.

Das Buch punktet zum Einen durch einen sehr schönen Schreibstil. Locker zu lesen, ordentlich recherchiert und ohne logische Fehler macht er das Ganze zu einem wirklichen Lesevergnügen. Die Spannung baut sich langsam und stetig auf, nachdem es schon am Anfang den ersten Toten gibt. Allein das gefällt mir schon sehr, ich mag rabiate Einstiege. Trotzdem ist dieses Buch nicht sehr blutig oder brutal, die Einzelheiten der Morde oder der Arten des Sterbens werden nicht detailliert oder gar eklig aufgeführt, dennoch aber so, dass der Leser genug Informationen bekommt.

Dafür ist es stellenweise für einen Thriller sehr emotional, gerade die Beziehung zwischen Jessica und ihrem Sohn Finn macht diese Geschichte menschlich. Insgesamt wirken die Protagonisten sehr authentisch und eigen. Sie bedienen keine gängigen Klischees im Übermaß und haben eine ausgeprägte Tiefe.

Täter und Motiv bleiben bis zum Schluss im Dunklen. Die Autorin legt teilweise falsche Fährten, aber noch mehr lässt sie Ermittler und Leser schlicht ratlos zurück. Für dieses Genre empfinde ich das als sehr großen Pluspunkt. Zu welchem großartigen Ende die kleinen Spuren schließlich führen, ist bei weitem nicht zu früh abzusehen.

 

Zusammenfassend ist dieser Thriller für mich ein wirklich großartiges Buch, bei dem man nicht falsch liegen kann, wenn man Krimis und Thriller mag. Auch ich werde die Autorin im Auge behalten und definitiv  noch den ertsen Teil dieser Reihe lesen. Es ist aber auch problemlos möglich, so wie ich, mit dem zweiten Fall einzusteigen.

 

Taschenbuch und Ebook, 318 Seiten, Mai 2018, Autorenseite