Lena Sander

Feedback

28.02.2022

Klappentext:

Ein perfides Spiel zwischen Tatsachen und Täuschung


Enthüllungsjournalist Tom Langenfels wurde ermordet. Seine gesichtsblinde Ehefrau Samantha, eine bekannte Starpianistin, befindet sich unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft. Sie hat Erinnerungslücken, die bis weit in ihre Kindheit reichen. Seit Samanthas Inhaftierung wird sie von Flashbacks gequält. Ob diese Horror-Szenarien der Realität entsprechen, weiß sie nicht.
Ist Samantha tatsächlich die Mörderin ihres Mannes? Und was haben Toms brisante Recherchen mit ihr zu tun?


Melodien, die das Leben schreibt. Eine Partitur, deren grausame Klänge in den Wahnsinn führen.

 

Erscheinungsdatum: 28.02.2022


 

Rezension:

Audiorezension:
Audiorezi Feedback Lena Sander.mp3
MP3-Audiodatei [7.0 MB]

 

 

Prologe mag ich sehr, wenn sie gleich spannend sind und neugierig machen. Genau dies hat Lena Sander mir ihrem neuesten Buch mal wieder zuverlässig geschafft: Ich war sofort gefangen, auch wenn noch gar nicht wirklich viel passiert. Aber die Stimmung ist von Beginn an herrlich verwirrend und düster.

Je weiter die Geschichte dann fortläuft, umso spannender wird das Ganze, stellenweise habe ich mich wirklich gegruselt. Die anfängliche Verwirrung steigert sich noch und ich hatte kaum eine Idee, wie sich alles auflösen lässt.

Verschiedene Perspektiven sorgen für viele kleine Puzzleteile, die anfangs scheinbar überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Aber so ganz langsam entwickelt sich ein Bild, welches die gesamte Geschichte offenbart, nicht ohne Stolperfallen natürlich.

Wie immer hat die Autorin sehr gut recherchiert und ich habe nicht nur ein wunderbares Lesevergnügen genossen, sondern auch einiges über psychische Krankheiten gelernt. Das Thema der Gesichtsblindheit hat mich nachhaltig beschäftigt und wieder mal hat es die Autorin geschafft, dass ich längere Zeit noch über ihr Buch nachgedacht habe. Ein weiterer Grund dafür ist, dass auch dieses Buch auf realen Fakten beruht. Und dies ist wirklich erschreckend. Leider kann ich dazu nichts weiter schreiben, weil ich dann spoilern würde, aber soviel sei gesagt: Ich bin entsetzt, dass Teile der Geschichte ganz ähnlich im realen Leben vonstatten gingen (und das, obwohl ich von dem realen Fall schon vor dem Lesen gehört hatte.).

Die Figuren in diesem Buch sind sehr unterschiedlich, alle jedoch sehr schön ausgearbeitet und dargestellt. Meine Lieblingsfigur hier ist alt und dickköpfig, macht euch auf was gefasst :-)

Das Ende des Buches ist rund und es löst sich alles sehr gut auf, selbst an Emotionen mangelt es am Schluss nicht.

Der Schreibstil ist, wie immer, angenehm zu lesen, dieses Buch ist bisher das am besten durchstrukturierteste der Autorin.

Tatsächlich finde ich: Es ist insgesamt das beste Buch der Autorin, welches ich gelesen habe. Ich möchte es allen (Psycho)thriller-Fans unbedingt ans Herz legen,dieses Buch wird euch nicht enttäuschen.

Phase 8.2

30.01.22

 

Taschenbuch 306 Seiten

Klappentext:

Psychisch krank – eine eiskalte Mörderin – oder unschuldig? …
Die unter Mordverdacht stehende Journalistin Ella wacht, an Armen und Beinen fixiert, in der Forensischen Psychiatrie auf. Sie weiß nicht, was geschehen ist und wird gequält von der Angst um ihre Freunde Alex und Isa, die spurlos verschwunden sind.

Der Facharzt Dr. Steinhardt, der ein Gutachten über seine Patientin verfassen muss, fragt sich: Handelt es sich um eine psychische Störung oder ist Ella eine brillante Schauspielerin? Wo ist der Schlüssel zu den Morden zu suchen – in ihrer Vergangenheit, in einem abgelegenen Kinderheim im Schwarzwald? Oder sind es Nebenwirkungen der seltsamen Diätpillen, die Ella für das Erreichen ihres Wunschgewichts nimmt?

Wer Ellas Spuren folgt, taucht ein in ein Verwirrspiel, in dem Realität und Albtraum nur schwer voneinander zu unterscheiden sind.
Hautnah werden unmenschliche Erziehungsmethoden geschildert, die auf wahren Begebenheiten beruhen.

Rezension:

Audiorezension:
Audiorezi Lena Sander Phase 8.2.mp3
MP3-Audiodatei [5.9 MB]

Der Einstieg in dieses Buch ist mir rasend schnell gelungen und das, nachdem ich einige Zeit vorher eine kleine Leseflaute hatte. Ich mag spannende Prologe, die gleich zur Sache kommen. Und bei Thrillern dürfen die auch ruhig brutal und bösartig sein, dies ist hier definitiv der Fall. So war ich sofort gefangen und habe das Buch an einem einzigen Abend durchgelesen. Das heißt natürlich: Es hat mir sehr gefallen.

Lena Sander als Autorin ist ja immer ein Garant für gute Recherche und verwirrende Plots, und sie hat mich wieder nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und das Buch hat eine hohe Geschwindigkeit. Es gibt viele Wechsel in den Zeiten, zum Beispiel in Ellas Kindheit, die Zeit vor der sogenannten Katastrophe oder in die Gegenwart zu ihrem Klinikaufenthalt. Die Spannung bleibt durchweg aufrecht und ich musste unbedingt wissen, wie das Ganze endet und wie sich die Fäden miteinander verbinden. Am Schluss wird dann tatsächlich auch wieder alles gut aufgelöst, das Ende war passend und hat mir gefallen.

Die Figuren wirken authentisch und echt, ich habe sie gut kennenlernen und ihre Handlungen nachvollziehen können.

Zurück bleibt, wie immer bei Lena Sander, die erschreckende Erkenntnis, dass ein Teil dieser grauenhaften Erlebnisse auf wahren Fakten beruht, gerade das zeichnet ihre Bücher sehr aus.

Mit Phase 8.2 zeigt sich wieder, dass sie zu Recht einen Platz unter meinen Lieblingsautorinnen ergattert hat und ich freue mich auf weiteren Lesestoff von ihr.

Ich vergebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle (Psycho)thriller-Fans.

 

 

 

 

Stummer Schmerz

15.10.2021

Quelle: Amazon

Zwei Frauen treffen in einer psychiatrischen Klinik aufeinander, nur kurz, und doch scheinen ihre Wege untrennbar miteinander verwoben.

Nele befindet sich in dieser Klinik, weil sie ihr neugeborenes Kind verloren hat. Den Schmerz darüber kann sie nicht verarbeiten. Und Emely, tja, die hat solch einen großen Sack voller Probleme, dass sie selbst nicht mal weiß, warum sie in der Klinik ist. Nur dass es ihr nicht gut geht, ist offensichtlich. Und dann verschwindet sie spurlos, nur ein Blutfleck bleibt von ihr zurück ...

 

Viel mehr kann ich zu dem Inhalt gar nicht schreiben, denn jedes weitere Wort würde eventuell schon zu viel verraten. Nur soviel sei gesagt:

Lest dieses Buch selbst.

Es ist ein unglaublich guter Psychothriller, der mich erst völlig verwirrt, dann auf total falsche Wege geschickt und schließlich ratlos zurückgelassen hat. Ratlos nicht, weil das Ende nicht schlüssig war, im Gegenteil. Das Ende ist toll und hätte nicht passender sein können. Ratlos war ich, weil auch dieses Buch auf Fakten beruht, die schlimm sind, leider nicht so selten und leider steht es so gar nicht in meiner Macht, daran etwas zu ändern. Und so bin ich jetzt gerade, nach dem Lesen, wirklich emotional berührt, was nach Thrillern fast nie passiert. Gewaltdarstellungen, Folter, Brutalitäten etc bin ich als Vielthrillerleserin gewöhnt und in dem Punkt stumpf. Nur selten nehmen mich diese Themen emotional mit und darum halte ich dieses Buch wieder mal für etwas sehr Besonderes. So erging es mir auch schon bei „Phobie“, dem aktuellsten Buch der Autorin. Aber dieses toppt es noch um Längen und hebt damit die Autorin auf einen Platz sehr weit oben zu meinen „Lieblingsschreiberlingen“. Ganz große Kunst.

 

Es ist nicht so, dass man hier vor lauter Spannung durch das Buch gejagt wird und trotzdem hält das Geschriebene den Leser fest. Es hat mich wirklich zum Weiterlesen gezwungen, ich musste wissen, was es mit der Geschichte um Emely und Nele auf sich hat, ich musste wissen, was real ist und was vielleicht doch nur die Hirngespinste einer psychisch Erkrankten sind und ich musste vor allem wissen, wie es endet.

 

Der Schreibstil war dabei sehr hilfreich, flüssig und anschaulich zu lesen und besonders die Dialoge zwischen Nele und Beata, ihrer Freundin, waren sehr kurzweilig. Die Figuren haben eine unglaubliche Tiefe entwickelt, sonst hätte ich nicht so mitfiebern können. Und dies trifft nicht nur auf die Protagonisten zu, sondern gerade auch auf die Nebenfiguren. Immer mal wieder wurden kleine Diaglogszenen im Dialekt verfasst, der das ganze sehr authentisch macht (ich weiß allerdings nicht, welcher Dialekt: Wie spricht man im Schwarzwald? Für mich als Nordlicht las es sich jedenfalls charmant-unverständlich ;-))

 

Das Cover ist relativ schlicht, aber eindrücklich. Der kleine Fußabdruck sorgt spätestens dann für Gänsehaut, wenn man weiß, was er bedeuten könnte.

 

Zusammenfassend überzeugt dieses Buch in allen Punkten und es gibt nicht die kleinste Kleinigkeit, die ich kritisieren würde, einen so verwirrend und überzeugend guten Psychothriller habe ich selten gelesen, von mir gibt es eine absolute Kauf- und Leseempfehlung.

Audio-Rezension

Hier findet ihr meine Meinung zu dem Buch in gesprochenen Worten. Der Text in Schrift und Sprache ist nicht gleich, sagt aber das Gleiche aus ;-) Viel Spaß beim Hören.

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Phobie

13.10.2021

Quelle: Amazon

 

Fünfzehn Menschen mit unterschiedlichsten Phobien, ein Professor, eine Assistentin und eine Handvoll Hotelangestellte in einem abgeschiedenen Haus sind an sich schon eine Herausforderung, nehme ich an. Wenn es nun aber auch noch einen Erdrutsch gibt, das Hotel zerstört wird, die Besucher dort gefangen sind und ein Mörder unter ihnen zu sein scheint, wird es richtig spannend.

 

Genau diese Stimmung hat Lena Sander in ihrem Psychothriller „Phobie“ eingefangen und aufrecht erhalten: Spannend bleibt es bis zum Schluss. Brutalität und Gewalt spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger sind die kleinen dunklen Ecken und Geheimnisse, die sich in der Psyche der Protagonisten oder auch in dem eingestürzten Hotel verstecken. So recht über den Weg trauen kann man niemandem.

Auf den ersten Blick erscheinen die Bewohner zwar alle ganz nett, wenn auch durchaus ein bisschen schrullig aufgrund ihrer Erkrankungen und Eigenarten. Trotzdem sterben Menschen unter seltsamen Umständen, und dann ist da noch diese Sache mit der Clownsmaske …

 

Gleich zu Beginn hat die Autorin mich schon mit ihrem Prolog gepackt, ich mag es sehr, gleich eiskalt in eine Geschichte geworfen zu werfen. Sehr interessant fand ich auch die kurze, knackige und dennoch informative Beschreibung der verschiedenen Krankheitsbilder. Natürlich habe ich schon mal von verschiedenen Phobien gehört, aber einige Ängste der Protagonisten waren mir vorher völlig unbekannt. Meinetwegen hätte das Buch gut ein paar Seiten länger sein und in Sachen Figurenentwicklung noch tiefer gehen können, einfach, weil ich es sehr spannend finde.

Soweit ich es beurteilen kann, sind die Fakten, auf denen diese Geschichte beruht, sehr gut recherchiert, am Ende des Buches gibt es dazu noch ein paar zusätzliche Informationen. Gerade diese Faktenbasiertheit macht das Buch zu etwas Besonderem, auch wenn die Geschichte so reine Fiktion ist.

Der Schreibstil ist super, die Geschichte flüssig zu lesen, was bei der Menge an Figuren und Verwirrungen definitiv eine hervorragende Leistung ist. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, dass die Autorin sich irgendwo verzettelt hat, sie schien (im Gegensatz zum Leser) immer genau zu wissen, was ihre Figuren gerade tun. Lose Fäden haben sich immer wieder miteinander verbunden.

 

Das Cover ist relativ schlicht gehalten, passt zum Inhalt und gefällt mir sehr.

 

Bis zum Ende war ich mir nicht sicher, ob es wirklich einen Mörder gibt und wenn ja, wer dieser ist. Die Auflösung kam dann auch ziemlich überraschend und damit für mich damit auch der einzige, kleine Kritikpunkt: Der Schluss war mir zu schnell und zu kurz. Aber wie immer ist das ja Geschmackssache, logisch ist die Auflösung auf jeden Fall und sie passt zur Geschichte.

 

Phobie ist das neueste Werk der Autorin und für mich das erste gelesene. Es hat bei mir die Neugier auf seine Vorgänger definitiv geweckt und ich werde ganz sich noch mehr von Lena Sander lesen.

Insgesamt gibt es für dieses Buch eine deutliche Kaufempfehlung von mir, es kann sich mit Fug und Recht „Psychothriller“ nennen und punktet vor allem durch die Recherche, die Spannung und die Verwirrung, die es auslöst.

 

Audio-Rezension

HIer findet ihr nun eine absolute Premiere: Meine erste Rezension im mp3-Format. Dies möchte in Zukunft bei jeder Buchbesprechung machen, damit ist es dann eben wirklich eine "Besprechung" :-) Viel Spaß beim Hören!

Audio-Rezension: Lena Sander "Phobie"
Audio Lena Sander Phobie.mp3
MP3-Audiodatei [9.1 MB]

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Kommentare

  • Jörg Piesker (Donnerstag, 14. Oktober 2021 09:43)

    Eine großartige Rezension, die absolut perfekt beschreibt, was auch ich beim Lesen dieses fantastisch guten Buches empfunden habe. Deine Stimme ist toll, die Aufnahmequalität großartig - weiter so, ich freue mich schon auf weitere Audio-Rezensionen :-)

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