Tom Gates

Bitte nicht stören, Genie bei der Arbeit

(Band 8)

 

 

Tom Gates

Aus dem Leben eines ganz normalen Fünftklässlers

 

Tom Gates ist ein aufgeweckter, phantasievoller und kreativer Junge, der in diesem Buch auf witzige Art und Weise von seinem Leben berichtet.

Wichtige Themen sind dabei die Vorbereitungen auf einen Flohmarkt, den sich die Mutter in den Kopf gesetzt hat. Dabei will die Familie nicht etwa schöne neue Dinge kaufen, sondern alte verkaufen. Was allerdings alt ist und nicht mehr gebraucht wird, darüber besteht große Uneinigkeit. Tom zum Beispiel kann gar nicht einsehen, dass er einen Teil seiner Comics verkaufen soll. Auf dem Weg zum Flohmarkt streikt dann auch noch das Familienauto, gerettet werden sie durch das Elektromobil der „Fossilien“, der Großeltern Toms.

Tom nebst Vater sind stolz wie Bolle, als sie dann endlich ihr erstes großes Geschäft abschließen können: Mamas hässliche Katzenbrosche wird verkauft, immerhin für ein ganzes Pfund.

Was für ein Drama jedoch, als sie erfahren, dass die Mutter diese Brosche heiß und innig liebt, sie außerdem sogar noch äußerst wertvoll ist.. es beginnt eine aufregende Jagd nach der alten Dame, die die Brosche gekauft hat.

Nebenei erzählt Tom natürlich auch aus seinem Schulalltag. Von Amy, die er scheinbar mehr mag, als er zugibt und von Markus, der größten Nervensäge der Klasse. In Toms Augen ein Troll, ebenso nervig wie seine Schwester, die vermutlich ein Alien ist. Jedenfalls benimmt sie sich so.

In der Schule steht gerade ein Projekttag an, an dem die Kinder selbstgebastelte Dinge verkaufen sollen. Tom hat eine super Idee, muss sie aber leider an Troll Markus abgeben. Doch letzten Endes ist mit blauem Popcorn allen geholfen.

 

Die Autorin erzählt mit reichlich Wortwitz und jugendgerechter Sprache, wie es Tom und den Seinen ergeht.

Mein Sohn bezeichnet dieses Buch als „ziemlich cool“, da er mit seinen elf Jahren der Zielgruppe entspricht, ist dies wohl als großes Kompliment anzusehen.

Das Besondere an diesem Buch ist jedoch seine Form: Es ist ein Comic-Roman. Zugegeben, dieses Genre war mir bisher fremd, scheint aber sehr den Nerv der heutigen älteren Kinder zu treffen. Dabei arbeitet er nicht mit den klassischen Sprechblasen à la Donald Duck und Co., sondern die Illustrationen sind mitten in den Text eingebaut. Die Schriftarten wechseln, jede Seite ist mit Skizzen aus Toms Leben aufgewertet und es wird sehr bildlich aufgezeigt, wie der Protagonist seine Welt erlebt: chaotisch, aber liebenswert.

Eine seine Hausaufgaben ist zum Beispiel die Anfertigung eines Skizzenbuches, in dem verschiedene Gesichtsausdrücke festgehalten werden sollen. An diesen Kunstwerken lässt die Autorin uns lebhaft teilhaben, an manchen Stellen habe ich mich sehr über Toms Sicht der Dinge amüsiert.

Insgesamt ist die ganze Geschichte vielleicht ein bisschen überspitzt dargestellt, enthält aber sicher einen paar Fakten, die in fast allen Familien anzutreffen sind. Eltern sind eben manchmal peinlich, Lehrer komische Geschöpfe und Geschwister, na ja, Aliens halt.

 

Nett ist auch die Bastelanleitung am Ende des Buches, zeigt sie doch auf, wie Toms coole Comicmappe hergestellt werden kann.

 

Das Cover fällt auf durch buntes Chaos, es ist genauso verwirrend und bunt, wie das Gefühlsleben von Jungs in der vor-pubertierenden Phase, sehr passend also.

 

Das vorliegende Buch ist der 8. Band einer Reihe, der erste von mir gelesene, aber sicher nicht der letzte. Ich denke, in dem Punkt stimme ich mit meinem Sohn überein.

Ganz klare Kaufempfehlung für Jungs von ca. 9-14 Jahren, ebenso für Erwachsene, die noch ein bisschen Kind geblieben sind und sehen wollen, wie Jungs dieses Alters ticken.

 

Hardcover, 270 Seiten, Schneiderbuch, Egmont

 

Schneiderbuch Verlag