Märchen über Märchen

Aber woher kommen die jetzt eigentlich?

Ja, woher kommen sie, die Märchen? Dornröschen, Aschenputtel und Hänsel und Gretel kennt (fast) jeder und das seit frühester Kindheit. Viele von uns bekamen Märchen von den Eltern erzählt oder haben sie später selbst gelesen, und glücklicherweise ist dies eine Tradition, die auch bei den heutigen Kindern oft noch fortgeführt wird.

Aber irgendwer muss sie ja nun erfunden und aufgeschrieben haben, oder nicht?

Zuerst aber sollten wir mal klären, was Märchen überhaupt sind: Nämlich eine sehr alte Textgattung, die über wundersame Begebenheiten berichtet. Unterschieden wird dabei zwischen Volks- und Kunstmärchen. Erstere wurden viele Jahre lang ausschließlich mündlich weitergegeben, bis sie irgendwann mal aufgeschrieben wurden (so geschehen zum Beispiel durch die Brüder Grimm im deutschen Sprachraum). Sie lassen sich demnach keinem festen Autor zuordnen, was der Unterschied zum Kunstmärchen ist. Unser kleiner Freund der Lurch bzw. seine Geschichte "Der Axolotlkönig" ist also ein Kunstmärchen, weil es ja eine klar erkennbare Autorin dazu gibt: Sylvia Rieß.

Das allein wäre jedoch zu einfach: Da sie sich auf den Froschkönig (und ein bischen auch auf die Schneekönigin) bezieht, ist es eigentlich eher eine Märchenadaption. Aber so kleinkariert muss man das Ganze gar nicht sehen, denke ich, solange man Märchen nicht erforschen, sondern "nur" genießen möchte.

Der Froschkönig ist übrigens ein europäisches Volksmärchen, die Schneekönigin dagegen ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen.

Märchen gibt es in sehr vielen Kulturen und Gesellschaften, oft basieren sie auf alten Legenden oder Mythen. Ebenso oft haben sie auch eine sozialkritische Funktion, sie spiegeln durchaus auch gerne ein zeitgenössisches Weltbild wieder, wenn natürlich auch künsterlisch verpackt und fantastisch verfremdet. Dies ist ein Charakteristikum, das beinahe alle Märchen eint: Hexen, Zauberer, sprechende Tiere und reichlich Magie sind fast immer in irgendeiner Form vorhanden.

Selbst die Psychologie hat sich der Märchen schon angenommen, C.G. Jung ging davon aus, dass in ihnen archetypische Symbole des kollektiven Bewusstseins verankert sind. Klingt kompliziert, ist aber sehr spannend, für diese Blogtour sprengt es jedoch den Rahmen. Wer sich weiter mit der Märchenforschung auseinander setzen möchte, wird schnell fündig werden, es gibt reichlich Literatur dazu. 

Mir gefallen Märchen dann am besten, wenn sie ein gutes Ende haben. Prinz und Prinzessin heiraten, die Schwiegermutter stirbt, fertig aus. Oft es dies tatsächlich so, die Darstellung ist dabei im Normalfall sehr einfach, stereotyp und nicht gerade zimperlich. Da wird eben auch schonmal in glühenden Schuhen getanzt zur Strafe, oder ein kleines Männchen zerreißt sich selbst vor Wut.

Die Figuren haben keine besondere Tiefe, sie sind nichts Spezielles, sondern stehen typisch für ihre Gattung oder Art. Leonie zum Beispiel, um wieder zum Axolotl zurückzukommen, kann im Prinzip auch ausgetauscht werden gegen jedes andere junge Mädchen, welches von seinen Mitschülern gemobbt wird. Ich denke, das ist ein Grund, warum Märchen so gut "wirken", warum sie funktionieren und nie an Aktualität verlieren: Man kann immer etwas Bekanntes darin finden.

Moderne Adaptionen sind natürlich meistens in (Kurz)romanform verfasst, so dass sie schon ein bischen mehr Hintergrundwissen und mehr Tiefe erlauben, der Kern eines Märchens bleibt jedoch bestehen.

 

 

Gewinnspiel

 

Beantwortet mir bitte folgende Frage im Kommentarbereich, wenn ihr die Chance auf ein signiertes Printexemplar, eines von 2 E-Books oder ein Goodiepaket haben möchtet:

 

Warum magst Du gerne Märchen?

 

 

 

 

 

 

 

Teilnahmebedingungen:

- ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis des Erziehungs- / Sorgeberechtigten
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- keine Haftung und Ersatz bei Verlust auf dem Postweg
- der Rechtsweg ist ausgeschlossen
- Versand erfolgt nur innerhalb Deutschlands, Österreich und der Schweiz
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und an die Autorin / den Verlag weitergeleitet um euch den Gewinn zusenden zu können
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öffentlich bekannt gegeben
- Jede teilnahmeberechtigte Person darf 1x pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen.
- Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
- Das Gewinnspiel wird von der Autorin Sylvia Rieß organisiert.
- Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook unterstützt
und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
- Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.
- Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als im vollen Umfang akzeptiert.

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Kommentare

  • Melli Seifert (Donnerstag, 23. Februar 2017 07:39)

    Weil sie mich an meine Kindheit erinnern, wie meine Oma mir Märchen vorgelesen hat. Noch dazu gibt es ja immer ein Happy End und wer wünscht sich das nicht im Leben?! Märchen lassen einen träumen!
    Liebe Grüße

  • Jennifer Siebentaler (Donnerstag, 23. Februar 2017 08:12)

    weil sie einfach irgend wie schon selbst an sich geschichte sind und jeder doch ein märchenbuch hat oder eines kennt,wird auch irgend wie von Generation zu Generation doch auch mal eines weiter gereicht! Ich finde jedoch auch das ich mehr Fan von den neuen Märchenadaptionen bin und lieber doch dort rein lese,doch bei meiner Tochter gibt es noch unzählige Märchenbücher die ich noch vorlese. :-)

    Gerne hier mein Glück fürs Print versuche da ich keine ebooks lesen kann und sie auch nicht mag...

    VLG Jenny

  • Anne (Donnerstag, 23. Februar 2017 09:34)

    Ich mag vor allem Märchenadaptionen, weil die Originalmärchen viele Fragen aufwerfen, zu denen man sich Antworten überlegen muss, damit die Neuinterpretation in sich logisch wird.
    z.B.
    - wer oder was verwandelt den Prinzen in einen Frosch (Axolotl ^^) und warum?
    - warum altert Dornröschen nicht, während es schläft?
    - warum schickt man ein kleines Mädchen quer durch den Wald, wenn man doch weiß, dass dort ein Wolf lebt?
    - müsste Rapunzel nicht eine psychologische Störung haben, wenn sie nie keinen Kontakt zu Gleichaltrigen hat?

    Außerdem werden viele Märchen erst so richtig spannend, wenn man ein Bisschen an der Grundkonstellation dreht.
    z.B.
    - was, wenn die Königstochter den Mann gar nicht mag, dem sie von ihrem Vaer als Belohnung versprochen wurde?
    - was, wenn sich Schneewittchen Stiefmutter nicht mehr zurückverwandeln kann und für immer die hässliche alte Hexe bleiben muss?
    - was, wenn die Frau, die zum Biest ins Schloss kommt, nicht wunderschön und nett gewesen wäre, sondern hässlich und zänkisch?

  • Daniela Schiebeck (Donnerstag, 23. Februar 2017 19:07)

    Weil sie oft wunderschön geschrieben sind.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  • BettIna Hertz (Donnerstag, 23. Februar 2017 19:52)

    Hallo,
    und Danke für den märchenhaften Beitrag. Ich liebe Märchen und bin mit ihnen groß geworden. Meine Mutter und Oma lasen sie mir vor, später konnte man sie selbst lesen und wiederum später seinen eigenen Kindern vorlesen. Es gibt sooo viele unterschiedliche Märchen und auch Märchenadaptionen haben ihren eigenen Reiz, siehe Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.
    Liebe Grüße Bettina Hertz

  • Ann-Sophie Schnitzler (Donnerstag, 23. Februar 2017 19:55)

    Hey,
    danke für deinen schönen Beitrag :)
    Ich mag Märchen, weil sie einen auf so schöne Weise unterhalten können. Viel besser als so manche nervige Serie heute.
    Wobei ich zugeben muss, dass sich die modernen Märchenadaptionen viel besser lesen lassen und manchmal auch unterhaltsamer sind, weil der Stil nicht so veraltet ist und man sich besser hineinfühlen kann. Zumindest finde ich das. Aber Märchen haben nichtsdestotrotz etwas wundervolles, bewahrenswertes.

    Liebe Grüße
    Ann-Sophie

  • Susanne Sahner (Donnerstag, 23. Februar 2017 21:26)

    Weil meist das Gute siegt und die Bösen ihre gerechte Strafe bekommen.
    Aber ich gestehe, die modernen Märchenadaptionen gefallen mir besser als viele alte Märchen

  • Katja (Freitag, 24. Februar 2017 19:22)

    Hallo und vielen Dank für diesen märchenhaften Auftakt zur Blogtour! Ich liebe Märchen schon seit der Kindheit. Ich habe bereits als Kind unzählige Märchen und Märchenbücher gelesen und viele Märchenfilme gesehen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Ich bin ein Fan märchenhafter, fantastischer, verträumter Geschichten, die mich richtig in eine andere Welt abtauchen lassen.

    Viele liebe Grüße
    Katja

  • Tiffi2000 (Montag, 27. Februar 2017 20:15)

    Hallo,

    ich mag die Geschichte an sich sehr gerne und sie erinnern mich immer an meine Kindheit... toll finde ich auch immer die Happy Ends ;)

    LG

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