Sagen und Legenden der Alpen

Jede Gegend kann wohl auch mit eigenen Legenden und Sagen aufwarten, egal ob Küste, Flachland oder Gebirge. Die Geschichte um „Hollerbrunn“ spielt in den Bergen, und irgendwie fühlt sich das für eine Frau-Holle-Adaption auch richtig an. Mit Schnee kennt man sich dort jedenfalls besser aus, als beispielsweise hier im verregneten Norddeutschland.

In Tina Skupins Märchen finden sich auch Anteile aus der Welt der Sagen und Legenden, sodass ich mich im Folgenden ein bisschen mit den alten Geschichten aus dem alpinen Raum auseinandersetzen möchte.

Die wilde, urwüchsige Berglandschaft lud sicherlich schon früh die dort ansässigen Menschen dazu ein, die Natur mit Hilfe von Magie und Zaubereien zu erklären.

Da ist zum Beispiel die Geschichte vom vergessenen Kind im Grimming, einem Berg in Österreich: Eine arme Mutter hörte von einem sagenhaften Schatz in dem Berg, der nur zu bestimmten Zeiten zu erreichen war, weil man sonst keinen Zugang bekäme. Der Berg öffnete sich, die Mutter setzte ihr Kind auf einem Stein ab, um möglichst viel Gold zu ergattern, brachte dies nach draußen – und stand vor einem verschlossenen Fels. Das Kind war eingesperrt, die Mutter verfluchte den Berg und musste fortan ohne ihr Kind leben.

Gruselig, stimmt's? Aber das haben Sagen ja oft an sich, hoffentlich ist der wahre Kern, wenn vorhanden, nicht ganz so brutal.

Am Dachstein soll es mal eine unglaublich ertragreiche Alm gegeben haben, auf der die Kühe sich dick und rund fressen konnten und entsprechend viel Milch ablieferten. Nach einem Unwetter waren alle Brücken und Stege zu dieser Alm zerstört, sie sollten laut Bäuerin jedoch nicht aus Holz wieder aufgebaut werden, sondern stattdessen aus Käse und Co, man hatte ja genug davon. Diese Dekadenz und der Hochmut wurden jedoch hart bestraft, es begann in riesigen Mengen zu schneien und niemals wieder wuchs auf dieser Weide Gras.

Wieder also ein böses Ende, die Naturgewalten oder Geister der Berge scheinen verschnupft auf egoistische, geldgierige und hochmütige Menschen zu reagieren.

Warum sich König Watzmann samt Frau und Kindern in gleichnamigen Berg verwandelt hat, ist nicht ganz klar, mal soll er die Bauern getötet, mal seine Untertanen generell gejagt haben. Wie auch immer, nach meinem Rechtsempfinden war die Verwandlung dann in diesem Fall nicht ganz so unberechtigt...

 

Auch um Hexentanzplätze, Teufelsmauern und -brücken ranken sich viele Geschichten. Manchmal haben die Hexen lediglich gefeiert, im Allgäu hat der Gehörnte selbst einen Kirchenbau im Dorf verhindert, indem er einen großen Felsbrocken an die Stelle warf, an der das Gotteshaus errichtet werden sollte.

Aber auch die freundlicheren Himmelswesen bekommen ihren Platz in der Sagenwelt: Im Ötztal in Österreich gibt es beispielsweise die Engelswand. Sie bekam ihren Namen, weil hier ein Baby aus einem Geierhorst gerettet wurde, und zwar (nach reichlich Gebeten) von einem Engel.

 

Eine große, weitere Auswahl an Märchen der Alpen findet man auch hier: http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_oesterreich/allgemein/vernaleken/alpenmaerchen_vernaleken.html

 

Wer solche Geschichten mag, wird hier sicherlich einiges Schöne entdecken.

Für die Mythen, Sagen und Legenden der Berge gilt natürlich das Gleiche, wie für alle Geschichten dieser Art: Sie entstanden, weil die Menschen sich damit lange vor unserer Zeit die Welt erklärt haben. „Abergläubisch“ sind wir aufgeklärten Menschen heute nicht mehr, aber trotzdem kann man ja die Augen und Ohren offenhalten: Gerade in sehr natürlichen Gegenden mag es ja vielleicht doch noch Dinge und Wesen geben, die unsere moderne Wissenschaft noch nicht entdeckt hat. Wer weiß, welchen Einfluss sie noch heute auf die Weltgeschicke haben ;-)

 

Beteiligte Blogs:

 

2.5.17: Elchi's World of Books & Crafts

3.5.17: Lesemaus87

4.5.17: Leseengels Bücherblog

5.5.17: Bookwormdreamers

6.5.17: Hier seid ihr gerade :-)

8.5.17: https://myna-kaltschnee.com/

 

 

Vielen Dank für Euren Besuch :-)

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