Ann-Kathrin Karschnick

Weltenamulett

Ein angenehmes Fantasy-Lesevergnügen

 

Melissa wächst relativ wohlbehütet bei ihrem Vater auf.

An ihrem siebzehnten Geburtstag ändert sich jedoch alles: Sie findet ein geheimnisvolles Amulett, welches sie mitnimmt auf eine abenteuerliche Reise. An diesen seltsamen Orten erfährt sie nicht nur Einiges über sich selbst, sondern ihr gesamtes Weltbild gerät ins Wanken.

Sie muss sich Herausforderungen stellen, denen sie nicht gewachsen zu sein scheint und muss mehrmals erkennen, dass Böses und Gutes nicht immer auf Anhieb zu erkennen und auseinanderzuhalten sind.

 

 

Ann-Kathrin Karschnick hat hier einen Fantasyroman geschrieben, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat und sich zügig und gut lesen lässt. Es warten keine großen Innovationen auf den Leser, dennoch macht es einfach Spaß, Melissa in ihre Welt (und denen des Amuletts) zu folgen.

 

Sehr gut gelungen ist der Autorin der Charakter der Protagonistin. Den Zwiespalt, den sie ertragen muss, weil lebenswichtige Entscheidungen anstehen, die Zweifel, die sie plagen und das große Gefühl der Unsicherherheit, all das kommt sehr deutlich an, und als Leser fiebert man mit.

Melissa wirkt authentisch, echt in ihrem Verhalten, gerade weil sie nicht immer alles richtig macht. Gut gefallen hat mir auch, dass sie insbesondere nach relativ brutalen Szenen sehr menschlich reagiert, eben nicht schon wie eine fertige Heldin. Denn das ist sie zu Beginn ganz sicher nicht, und auch im Verlaufe der Geschichte hat sie noch einen großen Entwicklungsspielraum vor sich. Den wiederum füllt sie nach und nach aus, bis es zu einem runden, passenden Ende kommt. Eine Fortsetzung scheint möglich zu sein, es bleiben noch Fragen offen, auch wenn die Geschichte an sich abgeschlossen ist.

Auch die anderen Figuren sind gut ausgestaltet, teilweise ambivalent, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Die erdachte Fantasywelt der Autorin wirkt logisch und wohl überlegt, sie wird so beschrieben, dass genug Raum für die eigene Fantasie bleibt, sich dennoch aber klare Vorstellungen aufbauen können.

 

Der Schreibstil ist angenehm bildhaft und flüssig lesbar.

Die Spannungskurve baut sich langsam auf, treibt den Leser dann aber schon ordentlich durch das Buch, so dass ich es innerhalb von zwei Tagen durch hatte.

 

Richtig gut gefällt mir das Cover, es verleitet zum Kauf, selbst ohne den Klappentext gelesen zu haben (und das passiert mir nur selten).

 

Insgesamt ist es eine solide, runde Fantasygeschichte, die mir gut gefallen hat. Ich denke, sie ist besonders für Jugendliche und junge Erwachsene geeignet, wenn sie generell das Fantasygenre mögen. All jenen kann ich dieses Werk mit ruhigem Gewissen empfehlen.

 

Ebook und Taschenbuch, 398 Seiten, 2018