Diane Cook

Die neue Wildnis

28.05.2022

 

Heyne, 542 Seiten, Taschenbuch

 

 

Klappentext:

Amerika in der nahen Zukunft: Zusammengepfercht in riesigen Megacities leiden die Menschen unter den Folgen der Überbevölkerung und des Klimawandels wie Smog, Dürreperioden und extreme Hitze.

Aus Sorge um das Leben ihrer fünfjährigen Tochter Agnes nimmt die junge Mutter Bea an einem nie dagewesenen Regierungsexperiment teil: Gemeinsam mit zwanzig anderen Pionieren möchte sie in einem der staatlich geschützten Nationalparks, zu denen Menschen eigentlich keinen Zugang haben, im Einklang mit der Natur leben.

Doch der Alltag in dieser neuen Wildnis wartet mit ganz eigenen Herausforderungen auf, und schon bald stoßen die Pioniere an ihre Grenzen ...

Rezension:

Wir befinden uns in näherer Zukunft, in einer Welt, die fast nur noch von Megacities, Überbevölkerung und Dürre geprägt ist. Eine kleine Gruppe von Menschen bekommt die Gelegenheit, im Rahmen eines Forschungsprojektes in einer Art Wildnis-Reservat zu leben. Bea und ihre Tochter Agnes sind Teil des Experiments und ihre Geschichte hat mich von Beginn an fasziniert.

Ich mag diese Art von Roman, dystopisch und kritisch, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu mahnen. Diese Geschichte ist nochmal ganz besonders und ich glaube, es liegt zum großen Teil an dem Schreibstil der Autorin, dieser passt genau zu dem Inhalt.

Er ist auf der einen Seite knallhart, nüchtern, manchmal distanziert und unemotional. Damit spiegelt er das Leben in der Wildnis deutlich wieder, das Leben dort ist eben knallhart und das Überleben steht über allem.

Auf der anderen Seite ist die Sprache immer wieder poetisch, fein und doch gefühlvoll, wie die Balladen, die sich die sogenannte Gemeinschaft am Lagerfeuer erzählt.

Die Autorin lässt die Figuren wachsen, sich entwickeln, aber sie macht sie nicht zwingend sympathisch. Dafür authentisch, in einer rätselhaften Welt.

Auch die Zeit entwickelt sich im Verlaufe des Buches besonders, es gibt große Sprünge und dann wieder viele dichte Handlungen. Das passt ebenfalls gut zu der Geschichte, für die Figuren spielen Zeiten und Daten keine große Rolle (mehr).

Und dann folgt das Ende, ebenso passend wie der Rest. Vielleicht nicht schön im eigentlichen Sinne. Aber rund. 

Dieses Buch wird nachhaltig in meinem Kopf bleiben, es hat mir unglaublich gut gefallen und ich vergebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung.  

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