Jennifer Alice Jager

Blutrote Dornen - Der verzauberte Kuss

Briar führt ein relativ wildes, aber glückliches Leben, was mit dem standesgemäßen Auftreten einer Prinzessin wenig gemein hat. Doch alles ändert sich, als sie mitsamt ihrer Familie an den königlichen Hof ziehen muss. Hier wird sie zum ersten Mal mit der bösen Fee konfrontiert, die sie verflucht und dafür sorgt, dass ihr Leben zu einem Gefängnis wird. Sie kann nur hoffen, dass Thorn ihr helfen kann, doch ob das Blatt sich wendet, ist nicht gewiss. Und ist es nicht eigentlich Thorn, der Hilfe benötigt?

 

Diese Adaption ist nah an das grimmsche Märchen um Dornröschchen angelegt, viele Elemente findet man hier wieder: Die Dornenhecken, den Fluch und natürlich auch die Liebe, die diesen Fluch (vielleicht) aufzuheben vermag. Jennifer Alice Jager hat das Originalmärchen aber noch um Einges erweitert, ihre Erzählung ist vielschichtiger, geht mehr in die Tiefe und gewährt mehr Einblick hinter die Kulissen als das Original.

Das Setting passt hier ebenso, es ist, wie so oft in den Märchen, mittelalterlich bzw. fühneuzeitlich angelegt.

Die Protagonisten sind sehr deutlich ausgestaltet, vor allem Briar und Thorn wirken authenisch und ihre Handlungen echt, soweit der märchenhafte Rahmen dies zulässt.

Briar als wildes, unbezähmbares aber kluges Mädchen, Thorn als leicht unbeholfener, aber mutiger Baronsspross bieten schon auch ein paar Stereotype. Aber das erwarte ich auch und mag es in einem Märchen. Schwarz gegen Weiß, Gut gegen Böse, das sind die Zutaten die in solchen Geschichten funktionieren und dies auch sollen.

Trotzdem kann man sich lange nicht klar darüber sein, wie das Ganze sich weiter entwickelt, wer wem helfen muss und vor allem, welches Ende es nimmt. Die Spannungsbögen sind gut aufgebaut und fügen sich in einen runden Plot.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Stimmung des Buches, denn trotz aller Leichtigkeit ist diese doch ein bisschen düster und gruselig. Dies kommt meinem Lesegeschmack sehr entgegen und hat dem Buch große Pluspunkte eingebracht. Aber auch die postiven Gefühle kommen nicht zu kurz, was wäre ein Märchen ohne eine Liebesgeschichte.

Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, es gibt keine Stolperfallern und logische Brüche oder ähnliches habe ich ebenfalls nicht finden können.

Dieses Buch ist eine angenhem Lektüre für zwischendurch, man kann es gut in einem Rutsch lesen und Märchenfans wird es gefallen. Für diese kann ich eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen.

 

Dies ist der zweite Band einer Reihe, den ersten habe ich nicht gelesen, werde es aber nachholen. Die beiden Bücher bauen zwar aufeinander auf, aber es ist nicht zwingend nötig, zuerst Band 1 zu lesen, auch wenn sich die Figuren im zweiten Band wiederfinden.

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