Mattias Edvardsson

Die Bosheit

29.11.2021

 

 

Audiorezension:

Inhalt:

 

Ein neuer Anfang sollte es sein, als Mikael und Bianca mit ihren Kindern in eine idyllische, fast verschlafene, schwedische Kleinstadt ziehen, weg aus dem hektischen Stockholm. Alles scheint perfekt zu sein: Ein schönes Haus, gute Jobs und nette Nachbarn. Doch gerade die gute Nachbarschaft ist trügerisch. Geklatscht und getratscht wird viel, aber ein Körnchen Wahrheit wird daran sein, irgendwie scheint hier jeder Dreck am Stecken zu haben. Dann ereignet sich ein schrecklicher Unfall und Mikael muss nicht nur mit der Sorge um seine Kinder und seine Frau leben, sondern auch mit dem Verdacht, dass es gar kein Unfall war.

 

Meine Meinung:

 

Dieser Roman hat mich wunderbar unterhalten, die Geschichte und vor allem der Schreibstil haben mir sehr gefallen.

Erzählt wird das Ganze aus drei verschiedenen Ich-Perspektiven, man schaut als Leser also gleich in die Köpfe von drei Personen und lernt so nach und nach, die Beweggründe für ihr Handeln kennen.

Außerdem wechselt der Autor zwischen den Zeiten vor dem Unfall und danach, was das Ganze ebenfalls sehr interessant macht.

Die Figuren sind sehr detailliert ausgearbeitete und jede bringt ganz spezifische Eigenschaften mit sich. Der Haken an der Sache ist, dass sie sich dem Leser nur ganz langsam öffnen, so dass bis zum Schluss nicht klar ist, wer eher Opfer oder eher Täter ist. Und selbst zum Schluss wird diese Frage nicht so geklärt, dass man klar nach Gut und Böse trennen kann. Genau dies hat mir sehr gut gefallen, die Welt ist eben nicht nur schwarz oder weiß und das hat der Autor in einmaliger Weise umgesetzt.

Auch die Darstellung der kleinstädtischen Spießigkeit mochte ich sehr, gerade wenn sich nach und nach zeigt, was alles unter den Teppich gekehrt wurde. Hauptsache, der äußere Schein bleibt gewahrt.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass das Unglück gleich am Anfang auftritt, es ist schnell klar, was passiert, aber der Leser weiß nicht warum (obwohl auch das anfangs klar scheint).

Die verworrenen Beziehungsmuster unter den Nachbarn, die Geschichte eines jeden Einzelnen und letzten Endes dann der Ausgang der Geschichte machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Große Brutalität auf körperlicher Ebene findet man nicht, psychisch sieht es da schon anders aus.

Und das Ende hat es tatsächlich nochmal in sich, es ist sehr passend gewählt vom Autor und rundet die ganze Geschichte ab.

Das Cover passt zur Stimmung des Buches, es wirkt irgendwie harmlos und trotzdem bedrohlich und genau dies zieht sich durch das ganze Buch: Eine idyllische Oberfläche, unter der es so richtig brodelt.

Ich vergebe gerne Leseempfehlung an alle, ganz ohne Einschränkungen ;-)

 

 

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