Paula Hawkins

Wer das Feuer entfacht

23.12.2021

 

 

Rezension:

Audiorezension:
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Ein junger Mann wird brutal ermordet auf einem Hausboot aufgefunden und drei Frauen geraten ins Visier der Ermittler. Laura, die eine Nacht mit dem Toten verbracht hat, Miriam, seine Nachbarin und Carla, seine Tante. Jede von ihnen hat ein persönliches Schicksal, sie sind umgeben von Geheimnissen und hätten alle ein Motiv, ihr Leben zu verabscheuen und eventuell sogar zu zu Mörderinnen zu werden. Andererseits gibt es aber auch noch andere Personen, die sich im Verlaufe der Geschichte verdächtig machen.

 

Dieses Buch glänzt mit seinen eigentümlichen Charakteren, alle Figuren sind sehr intensiv in ihrem Handeln und Denken. Jede hat ein Schicksal, das nach und nach aufgedeckt und erklärt wird und manches mal war ich schockiert über die Grausamkeiten, die sie zum Teil in frühester Kindheit erleben mussten.

Dabei ist dieser Roman an sich weder brutal noch besonders blutrünstig, ein Spannungsroman ja, aber ein Thriller, der einem die Haare zu Berge stehen lässt, ist es nicht. Es sind eher die subtilen, psychischen Gemeinheiten, die die Protagonisten zu dem werden ließen, was sie im Erwachsenenalter waren. Meine Lieblingsfigur hat sich sehr früh herausgestellt: Irene, eine alte Dame, die in Lauras Leben eine wichtige Rolle spielen soll. Auch Laura selbst hat viele Sympathiepunkte bekommen, obwohl, oder auch gerade weil sie wirklich schräge Charakterzüge aufweist.

Es war beeindruckend, diese Geschichte zu lesen und den Verwicklungen auf den Grund zu kommen, das letzte Quäntchen mitfiebern und „Dabeisein“ hat mir jedoch gefehlt.

Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag, vielleicht bin ich einfach zu sehr Thrillerleserin und brauche mehr Spannung, um wirklich zufrieden zu sein.

Das ganze Buch ist trotz der bösen Dinge, die mehrfach geschehen, eher leise, gerade das Ende schleicht sich heran und löst sich auf. Einige Wendungen habe ich nicht vorausgesehen, andere dagegen schon, einen riesigen Überraschungseffekt gab es nicht. Trotzdem mag ich den Schluss, er rundet das ganze Geschehen ab und passt zu dem Rest der Geschichte.

Der Schreibstil ist besonders, als Leser befindet man sich viel in den Köpfen der Figuren, die natürlich nicht immer in ganzen Sätzen denken. Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mich eingelesen habe, danach gefiel es mir sehr und hat Spaß gemacht beim Lesen.

Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen, trotz der kleineren Kritikpunkte. Ich habe es sehr gerne gelesen und empfehle es auch gerne weiter.