Blogtour - Tag 3

Im Maulwurfstunnel

Thomas Kastning

 

 

Quelle: http://www.parlez-verlag.de/pv-im-maulwurfstunnel.htm

Mein Leben gerät aus den Fugen

 

 

 

Hallo zusammen.

 

Wahrscheinlich wart ihr schon auf den anderen Seiten dieser Blogtour, ihr wisst also schon ein wenig aus meinem Leben. Wenn nicht, findet ihr unten die Links dorthin.

Aber ich kann ja auch nochmal kurz etwas zu mir erzählen: Ich heiße Konstantin Berger, bin Hauptfigur des Buches „Im Maulwurfstunnel“ von Thomas Kastning und erzähle euch dort meine Lebensgeschichte. Gut, eigentlich nur einen Teil meiner Geschichte, aber einen sehr wichtigen.

Es ist nämlich der Teil, in dem ich mich verliebt habe. So richtig. Im Buch sage ich das vielleicht nicht so deutlich, aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, kann man es nicht anders nennen. Ich habe mich unsterblich verliebt in eine junge Frau, meine Nachbarin Leyla. Und irgendwie auch in ihren Sohn, Paul. Wir hätten eine tolle Familie sein können. Und mit ein bisschen Abstand zu der Geschichte ist das auch der Grund, warum überhaupt alles so passiert ist, wie es eben passiert ist.

 

Ich meine, ich wurde verhaftet.

Ich.

Ein langweiliger Sekretär in irgendeinem noch langweiligeren Unternehmen in Köln.

Ich wohnte noch nicht lange hier, als ich Leyla kennenlernte. Zuerst war ich einfach froh, zu irgendwem Kontakt zu finden, aber dann war da mehr, viel mehr. Sie war so frisch, so anders als ich und doch wieder so ähnlich.

Aber was konnte ich ihr schon bieten? Nichts, eigentlich. Außer, für sie da zu sein.

Das erklärt, warum ich mit zu der Demo nach Berlin fuhr. Ich wollte bei ihr sein, ihr zeigen, dass ich nicht so schrecklich langweilig bin. Ihr Leben verstehen. Und irgendwie ist es ja auch nicht richtig, ein Haus zu räumen, nur weil die Bewohner keine Miete zahlen. Dagegen kann man schon demonstrieren. Eine alte Fabrik in Berlin ist besetzt von Menschen, die dort einfach leben, ohne irgendjemandem etwas zu tun, das Gebäude hätte sonst leer gestanden und sie haben es instand gehalten. Und nun sollte es abgerissen werden, ich weiß gar nicht mehr warum. Mit ziemlicher Sicherheit stand ein Geldhai dahinter, der aus dem Grundstück irgendwie Profit schlagen wollte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich verstand Leyla und ihre Freunde und wollte ihnen helfen. Ich wollte Leyla nahe sein.

In der alten Fabrik hatten wir tatsächlich auch viel Spaß, ich wurde herzlich aufgenommen und fühlte mich auch ein wenig gebraucht. Ich war mir sicher, für eine gute Sache zu kämpfen. Doch dann kam die Geschichte mit der Polizei. Leyla hatte die Polizistin ganz sicher nicht absichtlich verletzen wollen. Und ganz sicher wollte sie auch nicht, dass wir alle verhaftet werden, aber so kam es dann eben.

Das war mein erster Besuch in Berlin, und der lief schon ganz schön aus dem Ruder.

Aber getan war es damit noch lange nicht.

 

Ein weiteres Mal wollte ich mit Leyla die Fabrik vor den Gesetzeshütern verteidigen und dieses Mal kam ich Leyla wirklich sehr, sehr nahe. So richtig nahe. Wenn nur dann das Ende nicht gewesen wäre.

Jetzt finde ich mich in Köln wieder, in meiner kleinen Wohnung und Leyla ist wieder weit weg, auch wenn sie über mir wohnt. Und ich muss mit dem Gedanken leben, dass man mich nackt aus einem besetzten Haus getragen hat.

Dass Leyla mich nur benutzt hat.

Dass der Sex zwischen uns nur Mittel zum Zweck war.

Ich schäme mich, auf der einen Seite.

Auf der anderen würde ich es wieder tun.

Für Leyla.

Immer noch.

Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, und ohne euch zu viel zu verraten: Eines bin ich schon jetzt nicht mehr: Ein Langweiler.

Aber manchmal wäre ich es gerne wieder.

 

Herzlichst, Konstantin

 

 

Dies war nun ein kurzer Einblick in die Gedankenwelt Konstantins, natürlich ist es nur ein kleiner Teil seiner Geschichte und tatsächlich noch lange nicht das Ende. Wenn ihr mehr über ihn und die Hintergründe wissen möchtet, kann ich euch das Buch wirklich ans Herz legen. Weitere Gedanken von ihm findet ihr auch an den anderen Tagen der Blogtour, schaut gerne bei den Blogs der Mädels vorbei.

 

Tourplan

16.01.2019 - Gestatten: Konstantin Berger und superlangweilig … bei Beatrice von “Eine Bücherwelt”

 

17.01.2019 - Oder vielleicht doch nicht? bei Jessica von “Buchmoment”

 

18.01.2019 - Mein Leben gerät aus den Fugen … bei Tanja von “Buchstaebliches”

 

19.01.2019 - Wie weit bin ich bereit für Menschlichkeit zu gehen? bei Jasmin von “Bücherleser”

 

20.01.2019 - Wie weit gehst du, Thomas Kastning? bei Nicole von “Nicky’s Buchecke”

Gewinnspiel

Ihr habt die Möglichkeit, eines von drei Taschenbuchexemplaren zu gewinnen, beantwortet dafür einfach die folgende Frage im Kommentarbereich:

 

Was haltet ihr persönlich von Hausbesetzungen?

 

(Natürlich gibt es hier kein „Richtig“ oder „Falsch“, ich finde es nur ganz spannend und würde gerne eure Gedanken dazu lesen. Jeder Kommentar nimmt an der Verlosung teil.

 

Das Gewinnspiel endet am 21.1.2019, die Gewinner werden auf der Agenturseite von Spread and Read  bekanntgegeben. Es gelten die Teilnahmebedingungen der Agentur: http://www.spreadandread.de/teilnahmebedingungen/?fbclid=IwAR0lX8tKyP2lX_lEWL741UDDi2JNPGih5fVVqMXwzC8WA4onLZGpewqhNNg

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare

  • karin (Freitag, 18. Januar 2019 10:16)

    Hallo und guten Tag,

    klar ist Hausbesetzung rechtliche gesehen eine Straftat...die für die Besetzer Folgen haben kann.......

    Aber wo sollen die Leute hin...etwa auf der Strasse übernachten? Es fehlt überall bezahlbarer Wohnraum und manche Hausbesitzer lassen lieber ihre Wohnungen leer stehen ...spekulieren auf hohen Verkauf/Gewinn usw. .....da muss doch etwas getan werden oder?

    Deshalb kann ich Leute durchaus verstehen...sie sowas machen.

    LG..Karin..

  • Claudia H. (Montag, 21. Januar 2019 13:11)

    Hallo zusammen,

    das ist eine sehr schwierige Frage, die man pauschal eigentlich gar nicht beantworten kann. Aber ich sehe es wie Karin. Das System hat viele Löcher und Unmengen an Leuten werdeb nicht aufgegangen. Also was sollen sie machen? Unter Brücken schlafen? Im Winter? Geht gar nicht. Andererseits kann der Hausbesitzer auch nichts für das Chaos und ihm dann Probleme bereiten ist auch nicht das Wahre. Wie gesagt schwierige Frage, über die man sicher lange diskutieren kann.

    Grüße
    Claudia

Bitte geben Sie den Code ein
* Pflichtfelder
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte dieses Formulars unverschlüsselt sind