Alana Falk

Sternensturm - Das Herz der Quelle

Quelle: Arena Verlag

Eine Gemeinschaft aus Magiern und Magierinnen existiert parallel zu der uns bekannten, „normalen“ Welt. Sie ist zwar nicht ganz geheim, was genau dort passiert, wissen jedoch nur ihre Mitglieder. Eines davon ist Liliana, 19 Jahre alt und endlich bereit, ihrer Quelle zugeteilt zu werden. Die Quellen sind besonders begabte Menschen, die zwar nicht selbst zaubern, den Magiern aber ihre Energie schenken. Beide bilden ein unzertrennliches Paar, welches nach der Vereinigung dauerhaft zusammen verbleibt, nur gemeinsam können sie Zauber wirken.

Nicht alle Quellen sind jedoch mit ihrem Schicksal einverstanden, manche lehnen sich auf und sind nicht bereit, sich ihrem Magier unterzuordnen. So scheint es auch Liliana mit ihrem neuen Partner zu ergehen, die beiden sind sich nicht gerade grün und irgendwie läuft alles schief, was schief laufen könnte.

Eine weitere wichtige Rolle in dieser Geschichte spielt Adara, ebenfalls eine Magierin, die durch einen scheinbaren Verrat ihre Quelle verlor und nun eine neue bekommen soll. In diesem Fall ist es jedoch nicht die Quelle, die sich gegen ihr Schicksal auflehnt...

 

Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die konsequent zwischen den Erlebnissen Lilianas und Adaras wechseln. Dies sorgt schon mal für Tempo und Spannung, man fliegt förmlich über die Buchstaben, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Die Autorin versteht es, die Figuren sehr anschaulich darzustellen, ihnen Ecken und Kanten zugeben und sie authentisch wirken zu lassen. Einige von ihnen hätte ich schütteln mögen, weil sie das Offensichtliche nicht sahen. Andere Wendungen habe ich beim besten Willen nicht vorhergesehen und war insbesondere zum Ende hin sehr positiv überrascht über die Entwicklungen. Der Plot ist hierbei wunderbar gelungen, es kommt schon seltener vor, dass mich ein Buch so dermaßen in die Irre führt. Und selbst als ich dachte: Gut, nun habe ich die Tragweite der Geschichte erblickt und weiß, was passiert, kam es doch wieder ganz anders.

 

Eingebettet ist das Ganze in viel Gefühl, die Liebe kommt nicht zu kurz und auch die Themen Freundschaft und Zusammenhalt kommen auf den Tisch. Starke Charaktere treffen auf festgefahrene Strukturen und Hierarchien, und genau genommen findet sich auch eine Form von Gesellschaftskritik in dem Buch. Ein bisschen kann man die Quellen schon mit Sklaven vergleichen, und es stellt sich die Frage, ob dies ethisch vertretbar ist, egal, welches hehre Ziel die Gemeinschaft damit verfolgt. Sind die Ziele der Gemeinschaft wirklich dem Wohl der Menschheit und der Welt dienlich? Oder wirken auch hier ganz andere Kräfte, die sich letzten Endes nur um Macht drehen? Wer ist korrupt, wem kann man vertrauen und was ist vielleicht einfach nur Magie?

 

Sehr schön finde ich auch die Idee der mündlichen Tradierung in der Gemeinschaft. Ihre gesamte Entwicklungsgeschichte wird ausschließlich erzählt, niemals aufgeschrieben. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn die Geschichten verfälscht werden, selbst wenn es nur ein einziges Wort ist...

Alana Falk ist mit ihren Figuren nah an der Realität geblieben, auch wenn sich dieses Buch eindeutig dem Fantasygenre zuordnen lässt. Aber gerade das macht ihre Geschichte so eindrücklich, so ganz unwahrscheinlich ist sie nicht, trotz magischer Elemente, und so dicht dran sind die Gefühle der Protagonisten an den eigenen.

Der Schreibstil ist professionell und angenehm zu lesen, es bereitet keine Probleme in das Buch zu finden (eher, aus dem Buch wieder herauszukommen ;-))

 

Insgesamt eine wunderbare Fantasy-Geschichte für jung und alt, ich denke Erwachsene haben an ihr genauso viel Freude wie jugendliche LeserInnen. Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung.

 

Hardcover, 384 Seiten, Arena Verlag, 2017

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